Prozess in Florenz Amanda Knox schreibt Brief ans Gericht

Im Prozess um den Mord an Meredith Kercher könnte Amanda Knox erneut verurteilt werden. Die Anklage fordert eine lange Haftstrafe. Nun hat Knox sich in einem Brief an die Richter gewandt. Sie schreibt: "Ich habe Angst."

Amanda Knox: Brief ans Gericht
REUTERS

Amanda Knox: Brief ans Gericht


Florenz - Die Angeklagte Amanda Knox hat sich im neuen Prozess zum Mord an Meredith Kercher mit einer E-Mail an das Gericht gewandt. "Ich bin nicht anwesend, weil ich Angst habe. Ich habe Angst, dass die Heftigkeit der Anklage Sie beeindruckt, dass ihre Augenwischerei Sie blind macht", heißt es laut Nachrichtenagentur Ansa in dem Text, der vor dem Berufungsgericht in Florenz vorgelesen wurde.

Knox und ihrem Ex-Freund Raffaele Sollecito wird vorgeworfen, 2007 die britische Austauschstudentin Kercher brutal getötet zu haben. Beide bestreiten die Tat. Knox war nach einem Freispruch in die USA zurückgekehrt und nimmt nicht am Prozess teil.

Die Anschuldigungen gegen sie und Sollecito seien "ungerecht und boshaft", schreibt sie. Der Prozess soll am Dienstagnachmittag mit den Plädoyers der Verteidigung fortgesetzt werden.

Die Staatsanwaltschaft und die Anwälte der Opferfamilie hatten in ihren Plädoyers lange Haftstrafen gefordert. Laut Anklage soll Knox 30 Jahre ins Gefängnis, Sollecito 26 Jahre.

Die beiden waren 2009 zu langen Haftstrafen verurteilt, später jedoch freigesprochen worden. Im März hatte Italiens höchstes Gericht den Freispruch gekippt.

bim/AP/dpa

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