Prozess in Kiel Bruder wegen Mordes an Schwester verurteilt

Nach der Ermordung seiner Tochter hatte ein Vater eine hohe Belohnung zur Ergreifung des Täters ausgesetzt: Jetzt wurde sein eigener Sohn wegen Mordes an seiner Schwester zu acht Jahren Haft verurteilt. Der 21-Jährige beteuerte bis zum Schluss seine Unschuld.


Kiel - Christopher W. muss ins Gefängnis. Das Kieler Landgericht verurteilte den 21-Jährigen am Montag wegen Mordes an seiner Schwester zu acht Jahren Jugendstrafe.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Januar 2006 die Studentin in deren Wohnung in Kiel erschlagen hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte Hass als Motiv gesehen und neun Jahre Jugendstrafe gefordert. Die Verteidigung verlangte Freispruch.

Viktoria W. war so alt, wie ihr Bruder es heute ist, als sie in der Nacht zum 21. Januar 2006 in ihrer Wohnung in Kiel-Dietrichsdorf erschlagen wurde. Mit einem "metallenen Werkzeug" soll ihr eigener Bruder elfmal auf die Schlafende eingeprügelt und ihr Schädel, Kiefer und Kehlkopf zertrümmert haben.

Den Plan dazu habe er während eines gemeinsamen Besuchs im Dezember 2005 beim Vater in Seesen gefasst, so die Staatsanwaltschaft. Christopher habe sich "Schutzkleidung besorgt" - eine Schaumlatex-Maske, Handschuhe aus Rindnarbenleder und einen weißen Einweg-Overall mit Kapuze - und sei am 20. Januar von seinem Wohnort München nach Kiel gereist.

Der junge Mann aus Seesen in Niedersachsen hatte erst im Schlusswort sein Schweigen gebrochen und die Tat bestritten. Er hätte seiner Schwester so etwas nie antun können. Da er zur Tatzeit erst 19 Jahre alt war, musste er sich vor der Jugendkammer verantworten.

jjc/dpa



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