Prozess Ku-Klux-Klan-Mörder nach mehr als 40 Jahren verurteilt

Ein US-Gericht hat einen 80-jährigen Mann wegen dreifachen Totschlags verurteilt. Edgar Ray Killen wurde schuldig gesprochen, 1964 für die Ermordung von drei Bürgerrechtlern verantwortlich gewesen zu sein. Die Tat hatte einst die Vorlage für den Spielfilm "Mississippi Burning" geliefert.

Philadelphia - Nach Ansicht der Anklage war Killen einer der Anführer des rassistischen Ku Klux Klans. Am 21. Juni 1964 hatte er eine Gruppe Gleichgesinnter zusammengerufen, um drei junge Männer zu töten, die sich für die Gleichberechtigung von schwarzen und weißen US-Bürgern eingesetzt hatten. Michael Schwerner, Andrew Goodman und James Chaney wurden nachts auf einer einsamen Landstraße zusammengeschlagen und erschossen. Ihre Leichen fand man erst 44 Tage später. Die blutigen Ereignisse in Neshoba County hatten im ganzen Land für Entsetzen gesorgt und dienten als Vorlage für den 1988 entstandenen Film "Mississippi Burning" mit Gene Hackmann und Willem Dafoe.

Der Teilzeitprediger und Sägewerksbetreiber Killen war 1967 schon einmal wegen der Bluttat angeklagt worden. Damals allerdings war die nur aus Weißen bestehende Jury zu keinem einhelligen Urteil gekommen. Sieben Mitangeklagte wurden schuldig gesprochen, doch verbüßte keiner von ihnen eine Haftstrafe von mehr als sechs Jahren. Anfang dieses Jahres hatten Ermittler die Akten jedoch wieder geöffnet und Killen in Haft genommen.

Dieses Mal bestand die Jury aus neun Weißen und drei Schwarzen. Nach mehreren Stunden sprachen die Geschworenen Killen des Totschlags schuldig, verurteilten ihn aber nicht wegen Mordes. Dem Verurteilten drohen nun bis zu 20 Jahre Haft.

Killens Verteidiger James McIntyre hatte die Morde in seinem Plädoyer verurteilt und den Angehörigen seine Sympathie bekundet. Seiner Ansicht nach reichten die Beweise gegen seinen Mandanten jedoch nicht für einen Schuldspruch.

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