Rockermord-Prozess Hells Angel zu zwölf Jahren Haft verurteilt

Er hat gestanden, den Chef einer rivalisierenden Rocker-Bande vor drei Jahren erstochen zu haben: Das Landgericht Kaiserslautern hat ein Mitglied der Hells Angels nun wegen Totschlags verurteilt. Der 30-Jährige muss für zwölf Jahre hinter Gitter.
Polizist vor dem Landgericht Kaiserslautern: Zwölf Jahre Haft für Hells Angel

Polizist vor dem Landgericht Kaiserslautern: Zwölf Jahre Haft für Hells Angel

Foto: Jan Peter/ dpa

Kaiserslautern - Wegen eines tödlichen Racheakts ist ein Mitglied der Hells Angels in Rheinland-Pfalz zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Kaiserslautern sprach den 30-Jährigen am Donnerstag des Totschlags schuldig. Er muss zudem der Tochter seines Opfers ein Schmerzensgeld von 7000 Euro plus Zinsen zahlen.

Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte hatte während des Prozesses gestanden, vor drei Jahren den Chef einer rivalisierenden Rocker-Bande, der Outlaws, erstochen zu haben. Mit zwei Komplizen habe er dem Opfer am 26. Juni 2009 aufgelauert, um sich für eine Prügelei zu rächen. Die Messerattacke sei aber nicht geplant gewesen.

Nach der Tat war der 30-Jährige ins Ausland geflüchtet, erst nach zweieinhalb Jahren hatte er sich Ende 2011 auf Mallorca gestellt. Die beiden Komplizen waren bereits im Mai 2010 unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge beziehungsweise Beihilfe vom Landgericht Kaiserslautern zu vier und siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Mit der Entscheidung vom Donnerstag folgte das Gericht den Forderungen von Verteidigung und Staatsanwaltschaft. Letztere war in ihrem Plädoyer vom ursprünglich erhobenen Mordvorwurf abgewichen, weil die dafür notwendigen Mordmerkmale nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachzuweisen seien.

Die Anwälte der Nebenklage, die die Tochter und den Vater des Opfers vertreten, hatten dagegen auf einer Verurteilung wegen Mordes beharrt und eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert.

aar/dapd/dpa
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