Prozess um totes Meerschweinchen Gericht weist Klage gegen Tierärztin ab

Es ging um 877,73 Euro Schadensersatz - und den Vorwurf, zwei Meerschweine fehlerhaft kastriert zu haben: Ein Ehepaar ist vor Gericht mit der Klage gegen eine Tierärztin gescheitert.

Meerschweinchen Socke: Tod nach Kastration
DPA/Privat

Meerschweinchen Socke: Tod nach Kastration


Hannover - Im Zivilprozess um die angeblich misslungene Kastration von zwei Meerschweinchen hat das Amtsgericht Hannover die Klage abgewiesen. Ein Ehepaar hatte Klage gegen eine Tierärztin eingereicht, weil die Frau die Tiere Jack und Socke nicht fachgerecht kastriert haben soll. Socke starb, Jack überlebte nach der Behandlung in einer Tierklinik.

Die Kläger hatten 877,73 Euro Schadensersatz verlangt, unter anderem für Behandlungskosten. Die Veterinärin bestritt, einen Fehler gemacht zu haben. Sie warf den Besitzern der Tiere vor, Hygiene und Wundversorgung nach der Operation vernachlässigt zu haben.

In der knapp zweistündigen Auftaktverhandlung war zunächst die Verhältnismäßigkeit der Schadensersatzforderung geklärt worden. Schließlich kostete das neue Partnertier für Jack nur 24 Euro. Das Gericht hielt eine Summe von 570 Euro für angemessen, doch die Tierärztin lehnte eine Einigung ab. "Sie empfindet es als ehrenrührig, dass ihr hier ein Behandlungsfehler unterstellt wird", sagte ihr Anwalt.

Auch das Gericht war nach der Beweisführung nicht ausreichend von einem Behandlungsfehler überzeugt. Die Veterinärin muss aber die Kosten für einen beschädigten Tiertransportkorb in Höhe von knapp 20 Euro tragen.

wit/dpa



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