Ex-Popstar R. Kelly wegen Kinderpornografie verurteilt – in anderen Punkten aber freigesprochen

R. Kelly sitzt bereits wegen Sexualdelikten hinter Gittern. Nun könnten laut Medienberichten noch weitere Haftjahre hinzukommen. Eine Jury sprach ihn demnach in sechs von 13 Anklagepunkten schuldig.
Ex-Musiker R. Kelly (2019)

Ex-Musiker R. Kelly (2019)

Foto: Matt Marton / dpa

Der nächste Prozess gegen R. Kelly ist beendet – und erneut wurde der Ex-Popstar wegen Sexualstraftaten verurteilt. Eine Jury in Chicago befand den 55-Jährigen am Mittwoch schuldig, Sex mit Minderjährigen gehabt und Kinderpornografie angefertigt zu haben. Das berichteten US-Medien übereinstimmend.

Erst vor einigen Wochen war der Sänger in New York wegen des Missbrauchs Minderjähriger zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. In einem zweiten Prozess in Chicago war er nun in 13 Punkten angeklagt gewesen, unter anderem wegen der Herstellung von Kinderpornografie in mehreren Fällen und der Verleitung Minderjähriger zu sexuellen Handlungen.

Laut »New York Times«  sprachen die zwölf Geschworenen ihn in sieben Punkten frei – unter anderem vom Vorwurf der Behinderung der Justiz. Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet, es droht erneut eine lange Haftstrafe. Kelly hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Er sitzt seit Sommer 2019 im Gefängnis. Zwei weitere angeklagte Ex-Angestellte Kellys wurden freigesprochen.

In Chicago ging es auch um ein bereits viele Jahre bekanntes Video, das Kelly zeigen soll, wie er ein 14-jähriges Mädchen missbraucht und auf sie uriniert. In diesem Fall war der Musiker 2008 von einer Jury freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, das Opfer unter Druck gesetzt zu haben, damit sie nicht in dem Prozess aussagt. In dem neuen Prozess hatte die mittlerweile volljährige Frau aber bestätigt, dass sie die Person in dem Video ist.

Auch das Label wandte sich von Kelly ab

Das Verfahren ist – nach Fällen wie denen von Filmproduzent Harvey Weinstein und Komiker Bill Cosby – eine weitere viel beachtete juristische Aufarbeitung in der MeToo-Ära.

Erste Anschuldigungen gegen den 1967 in Chicago als Robert Sylvester Kelly geborenen Musiker wurden bereits vor rund 25 Jahren bekannt. Doch Kelly blieb lange Zeit auf freiem Fuß. Mit mehr als 50 Millionen verkauften Alben, mehreren Grammys und anderen Auszeichnungen gehörte er zu den erfolgreichsten Musikern des späten 20. Jahrhunderts.

Aber spätestens als 2019 die aufsehenerregende Dokumentation »Surviving R. Kelly« die Anschuldigungen zusammenfasste, wurde es um den Sänger immer einsamer. Stars distanzierten sich von ihm, zudem Radiosender, Streaming-Dienste und dann auch sein Musiklabel RCA, das zu Sony Music gehört.

jok/dpa
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