"Meistgehasster Mann des Internets" Hunter Moore muss für zweieinhalb Jahre in Haft

Hunter Moore zeigte auf seiner Website Nacktaufnahmen, mit denen sich Nutzer so an ihren Ex-Partnern rächen wollen. Nun muss der "meistgehasste Mann des Internets" ins Gefängnis - jedoch nicht wegen des umstrittenen Portals.
Verurteilter Moore: Geschäftlicher Erfolg mit "Rachepornos"

Verurteilter Moore: Geschäftlicher Erfolg mit "Rachepornos"

Foto: Hunter Moore

"Racheporno" ist der Name für das Konzept von isanyoneup.com, das so simpel wie geschmacklos ist: Auf der Webseite konnten Nutzer bis April 2012 anonym Nacktaufnahmen von Ex-Partnern einschicken, die der Seitenbetreiber Hunter Moore dann veröffentlichte - ohne Einverständnis der abgebildeten Personen, dafür mit Verweis auf deren Profile in sozialen Netzwerken.

Juristisch war diese Art der Bloßstellung unangreifbar, da zu diesem Zeitpunkt laut US-Recht der Betreiber einer Website nicht für deren Inhalt verantwortlich war. Allerdings muss Hunter, der als "meistgehasster Mann des Internets" gilt, nun wegen einer mit der Webseite in Zusammenhang stehenden Angelegenheit ins Gefängnis: Ein Gericht habe ihn zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt, melden der britische "Guardian" und die "Washington Post"  unter Berufung auf Hunters Verteidiger und den "City News Service" .

E-Mail-Konten gehackt

Ermittler der Bundespolizei FBI hatten den damals 27-Jährigen und den zwei Jahre jüngeren Charles E. im Januar 2014 festgenommen. E. soll auf Anweisung Moores E-Mail-Accounts gehackt haben, um weitere Fotos für isanyoneup.com zu beschaffen. Für die Nacktaufnahmen bezahlte Moore laut Ermittlern seinen Komplizen.

In der Anklageschrift hieß es beispielsweise, im Dezember 2011 habe E. per E-Mail 250 Dollar von Moore verlangt - für Nacktfotos von sechs Männern und sechs Frauen. Am selben Tag soll er das E-Mail-Konto eines Opfers gehackt und von diesem ein Nacktfoto an Moore geschickt haben. E. wurde laut dem "Guardian"  bereits vergangenen Monat zu 25 Monaten Haft und einer Geldstrafe von 2000 Dollar verurteilt.

Demnach wurde Moore auch schon im März 2013 dazu verurteilt, James McGibney 250.000 Dollar zu zahlen. McGibney ist Gründer der Website "BullyVille" , die sich gegen Mobbing engagiert. Moore hatte behauptet, McGibney sei pädophil, nachdem dieser Moores Website gekauft und geschlossen hatte.

mxw
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