Randale an der Costa Brava Polizei nimmt deutsche Krawall-Touristen fest

Sie warfen Feuerwerkskörper auf Polizisten und zündeten Mülleimer an: Nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung im spanischen Ferienort Lloret de Mar sind 20 Touristen festgenommen worden - darunter drei Deutsche.


Barcelona - Alle Beschuldigten sind zwischen 20 und 22 Jahre alt: In der spanischen Ferienhochburg Lloret de Mar, bekannt für billige Pauschalreisen und exzessiven Party-Urlaub, haben erneut junge Touristen randaliert - und sich Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Bei den Krawallen in der Nacht zum Donnerstag wurden in dem Ort an der Costa Brava im Nordosten Spaniens 20 Randalierer festgenommen, darunter 13 Franzosen und drei Deutsche.

Auslöser der Ausschreitungen war nach Polizeiangaben der Ausfall einer Klimaanlage in einer großen Diskothek. Die Beamten ließen das Lokal räumen, weil mehreren Gästen schwindelig geworden war. In der Disco hatte besonders großer Andrang geherrscht, weil der Auftritt eines renommierten DJs angekündigt war.

Nach der Räumung des Lokals legten sich enttäuschte Gäste mit der Polizei an, warfen Feuerwerkskörper und setzten Müllcontainer in Brand. Bei den Auseinandersetzungen wurden nach Angaben der Rettungsdienste 22 Menschen leicht verletzt, darunter neun Polizisten.

"Sauf- und Billigtourismus"

Am vergangenen Wochenende hatten sich in Lloret de Mar bereits rund 400 junge Urlauber nächtliche Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Der katalanische Innenminister Felip Puig kündigte an, dass die Sicherheitskräfte künftig härter gegen Krawall-Touristen vorgehen werden.

"Wir werden unser touristisches Modell in Lloret revidieren müssen", sagte Bürgermeister Romà Codina. Er führte die Krawalle auf die Ausbreitung des "Sauf- und Billigtourismus" zurück. "Einige Lokale schenken jungen Leuten alkoholische Getränke von miserabler Qualität zu Mini-Preisen aus. Das werden wir künftig nicht mehr zulassen." Das Stadtoberhaupt will zudem die Polizeipräsenz im Diskothekenviertel verstärken und notfalls auf den Straßen Überwachungskameras installieren lassen.

wit/dpa/dapd

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