Urteil gegen MaBoss Bewährungsstrafe für Gangster-Rapper nach Flucht mit Polizeiauto

Es klingt nach einem Hollywood-Plot, ist aber eine peinliche Panne der Polizei Hannover: Vor knapp einem Jahr konnte sich ein Gangster-Rapper nach einer Festnahme befreien - und raste im Polizeiauto davon. Jetzt hat ihn ein Gericht für die Spritztour verurteilt.

Rapper MaBoss in einem Gerichtssaal im Amtsgericht Hannover
DPA

Rapper MaBoss in einem Gerichtssaal im Amtsgericht Hannover


Hannover - Mit zwei Haftbefehlen hatte die Polizei Hannover bereits nach dem Gangster-Rapper MaBoss gesucht - im Juli vergangenen Jahres schnappten die Beamten den 26-Jährigen endlich. Doch der Erfolg währte nicht lange: Der Festgenommene konnte sich aus seinen Handschellen befreien und türmte im Polizeiauto.

Als der 26-Jährige davon fuhr, feuerte ein Polizeikommissar noch Schüsse ab, um den Reifen zu treffen. Vergeblich. Später wurde er Berichten der "Hannoverschen Zeitung" zufolge von einem Spezialeinsatzkommando in einem Wohnblock festgenommen. Für den Zwischenfall musste sich MaBoss jetzt vor Gericht verantworten.

Zum Auftakt des Prozesses legte der Musiker ein Geständnis ab, noch am selben Tag fiel auch das Urteil: Wegen gewalttätigen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verurteilte ihn das Gericht zu neun Monaten Haft. Außerdem sprach ihn der Richter wegen Diebstahls und Betrugs ebenfalls für schuldig und verhängte dafür weitere 23 Monate Haft. Beide Strafen werden nicht zusammengezogen und sind jeweils zur Bewährung ausgesetzt.

In einem auf Youtube veröffentlichen Song rappt MaBoss noch Ende 2012: "Ich lass mich festnehmen nächstes Jahr, nimm es auf und stell es auf YouTube."

tam/dpa

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