Raub in Londons Diamantenviertel Polizei nimmt sieben Verdächtige fest

Zwei Tage lang räumten vermummte Täter am Osterwochenende unbemerkt Schließfächer im Londoner Diamantenviertel aus. Nun wurden bei einer Razzia sieben Verdächtige festgenommen. Die Polizei stellte mutmaßliche Beuteteile sicher.

AFP/ London MPS

In einem spektakulären Raubzug knackten Diebe über Ostern 72 Schließfächer im Londoner Diamantenviertel und erbeuteten vermutlich Millionen: Nun hat die Polizei sieben Verdächtige festgenommen. Die Männer im Alter zwischen 48 und 76 Jahren wurden laut der Nachrichtenagentur AP bei Razzien in London und in der Grafschaft Kent aufgegriffen. Mehr als 200 Polizisten seien im Einsatz gewesen. Die Verdächtigen werden derzeit vernommen.

Nach Angaben der Polizei wurden an einem der zwölf durchsuchten Orte Tüten mit wertvollem Inhalt gefunden. Man glaube, dass einige der Gegenstände aus dem Diebstahl stammen, hieß es.

Die vermummten Täter waren am Osterwochenende in eine Depotfirma im Londoner Viertel Hatton Garden eingebrochen. Der Stadtteil ist bekannt für seinen Handel mit Diamanten und Gold. Um in den Panzerraum mit den Schließfächern zu gelangen, bohrten sie ein 50 Zentimeter tiefes Loch in die Wand. Bilder von Überwachungskameras zeigten, dass die Einbrecher zunächst die Nacht zum Karfreitag im Gebäude verbracht hatten, am Ostersamstag zurückkehrten und am frühen Morgen des Ostersonntags wieder verschwanden.

Scotland Yard hatte in dem Fall zunächst Kritik einstecken müssen: Trotz eines Alarms am Karfreitag wurden zunächst keine Beamten zu der Depotfirma geschickt. Ein Sicherheitsdienst hatte gemeldet, dass Einbruchsalarm ausgelöst worden sei. Die Meldung hatte aber die Dringlichkeitsstufe "Kein Eingreifen notwendig" erhalten - warum, ist unklar. So wurden die Einsatzkräfte erst am Dienstagmorgen nach Ostern an den Tatort gerufen. Die Polizei hat sich für das verspätete Handeln mittlerweile entschuldigt.

kis/AP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.