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Großeinsatz der Polizei: Razzia gegen Rocker

Foto: Jochen Lübke/ dpa

Ermittlungen im Rockermilieu Großrazzia gegen Hells Angels

Tausend Polizisten haben bei einer Großrazzia gegen die Hells Angels in Norddeutschland 80 Objekte durchsucht. Es geht um Körperverletzung, Erpressung, Menschen- und Waffenhandel sowie Korruption. Am Haus eines führenden Rockers seilten sich Spezialkräfte der GSG 9 aus einem Hubschrauber ab.

Kiel - Bei einer groß angelegten Durchsuchungsaktion in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sucht die Polizei Beweismittel gegen Mitglieder des Rockerclubs Hells Angels. Rund 80 Objekte - insbesondere Bordelle, Gaststätten und Wohnungen - seien betroffen, heißt es aus Ermittlerkreisen. Es habe einige Festnahmen gegeben.

In Hannover wurde das Haus eines führenden Mitglieds der Hells Angels durchsucht. Daran soll auch die Spezialeinheit GSG 9 beteiligt gewesen sein. Die Polizisten seilten sich aus einem Hubschrauber in den Garten von Hells-Angels-Anführer Frank H. ab. Sie erschossen den Hund des Mannes.

Die Polizei soll im Rahmen des Einsatzes außerdem nach einer Leiche suchen - dabei handelt es sich offenbar um einen Türken, der den Rockern in die Quere gekommen sein soll.

Die Großrazzia dauerte am Vormittag an. Einer Polizeisprecherin zufolge wird wegen Körperverletzung, Erpressung, Menschen- und Waffenhandels sowie Korruption ermittelt. Die Aktion richtet sich besonders gegen Mitglieder des seit Januar verbotenen Kieler Ablegers der Hells Angels. Wie viele der Rocker im Fokus von Polizei und Staatsanwaltschaft stehen, sagte die Sprecherin nicht. Mehr Details zu dem Einsatz sollen am Nachmittag auf einer Pressekonferenz der Behörden bekanntgegeben werden.

Im April 2010 war ein Verein der Hells Angels in Flensburg und ein weiterer der konkurrierenden Gruppierung Bandidos in Neumünster aufgelöst worden.

au/aar/AFP/dapd/dpa
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