Rechtsextremismus Razzia gegen Neonazis in drei Bundesländern

Die Polizei geht erneut gegen Rechtsextreme vor. In Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg haben Beamte Wohnungen von Neonazis durchsucht. Der Vorwurf: Bildung einer bewaffneten Gruppe.

Berlin - Ermittlungsbehörden sind einer bisher unbekannten Gruppe gewaltbereiter Neonazis auf der Spur. Seit Samstagmorgen haben Polizisten in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg Wohnungen und die Räume eines rechtsextremen Versandhandels durchsucht.

56 Beamte waren im Einsatz unter Leitung des Landeskriminalamts Brandenburg und der Staatsanwaltschaft Neuruppin. Das bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem SPIEGEL am Samstagabend.

Den fünf Beschuldigten wird Verstoß gegen das Waffengesetz sowie die Bildung einer bewaffneten Gruppe vorgeworfen. Bei den Durchsuchungen, die bis in den späten Nachmittag dauerten, stellten die Beamten neben Computer und Unterlagen auch ein Luftdruckgewehr und Schreckschusspistolen sicher. Scharfe Waffen fanden sie allerdings nicht.

Einer der Beschuldigten ist der vorbestrafte Meinolf S., Betreiber eines rechtsextremen Versandhandels, ehemaliger NPD-Funktionär und ehemaliges Mitglied der 1992 verbotenen Nationalistischen Front. Auch die anderen Beschuldigen stammen aus der gewaltbereiten Neonazi-Szene.

Auf die Spur der Gruppe sind die Ermittler durch einen Zufall gekommen. Im März fand die Polizei in einer Pension einen Toten. Der Mann, der an einem Herzanfall gestorben war, war ein einschlägig bekannter Rechtsextremist, neben seiner Leiche fanden die Beamten einen Rucksack mit Waffen.

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