SPIEGEL ONLINE

Razzien rund um New York US-Polizei setzt mehr als hundert Mafiosi fest

Es war die vielleicht größte Razzia gegen die Mafia in der US-Geschichte: FBI und lokale Polizei haben in New York und umliegenden Bundesstaaten fast 130 mutmaßliche Mitglieder der Cosa Nostra festgenommen. Die Vorwürfe reichen von Drogenhandel bis hin zu Mord.

New York - Die sogenannten großen "Fünf Familien" der New Yorker Mafia müssen eine neue Niederlage einstecken: Ermittlern ist nach eigenen Angaben ein massiver Schlag gegen die Mafia geglückt. In einer Serie von Razzien in New York und umliegenden Bundesstaaten seien mehr als hundert mutmaßliche Mafiosi festgenommen worden, teilte ein Justizsprecher am Donnerstag in New York mit.

Unter den Festgenommenen seien Bosse der Cosa Nostra - darunter auch der derzeitige Boss der Colombo-Familie, der im Bundesstaat Rhode Island lebt - ebenso wie einfache Mitglieder. Sie seien der Polizei in New York selbst und in angrenzenden Gebieten von Long Island sowie im Nachbarstaat New Jersey ins Netz gegangen, heißt es.

Die Vorwürfe reichten von Drogenhandel bis hin zu Mord. Gegen sie sollte noch am Donnerstag vor einem Gericht im Stadtteil Brooklyn Anklage erhoben werden. US-Justizminister Eric Holder setzte für Donnerstag eine Pressekonferenz zu dem Thema an.

Die Festgenommenen wurden zunächst auf einem Gefängnisschiff im Fort Hamilton vor der Küste der Stadt festgehalten.

Die großen "Fünf Familien" der New Yorker Mafia hatten in den vergangenen Jahren immer wieder Rückschläge hinnehmen müssen: Ermittlern gelang es häufiger als früher, Mitglieder zu Zeugenaussagen zu bewegen und so den ehernen Schweigekodex der Mafia zu brechen.

jjc/dpa/AFP