Großbritannien Messerstecher tötet drei Menschen in Reading

Der Täter suchte sich seine Opfer offenbar wahllos aus: In einem Park in der britischen Stadt Reading hat ein Mann auf mehrere Menschen eingestochen. Es gab drei Tote und mehrere Verletzte.
Einsatzkräfte in Reading: Angreifer soll von einer Gruppe zur nächsten gegangen sein

Einsatzkräfte in Reading: Angreifer soll von einer Gruppe zur nächsten gegangen sein

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Steve Parsons/ dpa

Ein Messerangreifer hat in der britischen Stadt Reading mindestens drei Menschen getötet. Drei weitere hätten ernste Verletzungen erlitten, teilte der zuständige Chefkommissar der Polizei, Ian Hunter, mit. Die Ermittler gingen derzeit nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. Da das Motiv aber noch nicht feststehe, würden die Beamten von Kollegen der Anti-Terror-Einheiten unterstützt.

Die Tat wurde in einem Park der Stadt verübt, die etwa 65 Kilometer westlich von London liegt. Mehrere Menschen genossen in der Anlage Forbury Gardens einen lauen Sommerabend. Ein Zeuge sagte der Nachrichtenagentur PA: "Der Park war ziemlich voll, viele Leute saßen dort herum und tranken mit Freunden, als eine einzelne Person durchging und einige unverständliche Worte schrie."

25-jähriger Tatverdächtiger in Gewahrsam

Der Mann sei plötzlich auf eine Gruppe von acht oder zehn Freunden zugesteuert, sagte ein Zeuge dem Sender BBC. Dann habe er zugestochen. Die ersten drei habe er "ziemlich schlimm erwischt". Sie sollen in Hals und Oberkörper gestochen worden sein. Der Mann soll anschließend zu einer anderen Gruppe gerannt sein und habe auch dort Menschen angegriffen.

Videos auf Twitter zeigen Sanitäter, die am Boden liegende blutende Menschen behandeln. Die Echtheit der Aufnahmen ließ sich zunächst nicht unabhängig bestätigen. Ein 25-Jähriger aus Reading wurde laut Polizei wegen Mordverdachts am Tatort festgenommen, er befindet sich in Gewahrsam. Weitere Tatverdächtige gebe es nicht.

Premierminister Boris Johnson sprach von einem "entsetzlichen Vorfall". Innenministerin Priti Patel teilte mit, sie sei "zutiefst besorgt". Sie sprach von einer "sinnlosen Attacke gegen Menschen, die einfach nur einen Samstagabend mit Familien und Freunden genießen wollten".

Die Polizei untersucht den Vorfall. Kurz zuvor hatte es eine friedliche Demonstration der Bewegung Black Lives Matter in der Nähe gegeben. Einen Zusammenhang schloss die Polizei jedoch kategorisch aus. In einer Mitteilung verweisen die Ermittler darauf: "Das Ganze geschah drei Stunden nach dem Abschluss der Kundgebung."

apr/Reuters/dpa
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