Nach "Aktenzeichen XY ... ungelöst" 150 neue Hinweise zum Fall Rebecca

Mit Fotos des tatverdächtigen Schwagers und seines Autos präsentierte die Polizei den Fall der vermissten Rebecca bei "Aktenzeichen XY". Nach der Sendung haben die Ermittler zahlreiche Hinweise erreicht.

Flugblätter mit Bildern der vermissten Rebecca
DPA

Flugblätter mit Bildern der vermissten Rebecca


Der Fahndungsaufruf der Polizei im Fernsehen zum Fall der vermissten Rebecca hat zu einer Flut von Hinweisen geführt. Von Mittwochabend bis Donnerstagmorgen seien rund 150 neue Hinweise bei der zuständigen Berliner Mordkommission eingegangen, sagte eine Polizeisprecherin.

"Die werden jetzt alle abgearbeitet", sagte sie. "Das wird eine Zeit lang dauern." Michael Hoffmann vom Landeskriminalamt Berlin war am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" aufgetreten und hatte den Fall geschildert.

Dabei ging es insbesondere um zwei Autofahrten des verdächtigen Schwagers von Rebecca. Am Tag ihres Verschwindens, dem 18. Februar, und am Tag danach war er mit dem Familienauto auf der Autobahn von Berlin Richtung Frankfurt (Oder) an der polnischen Grenze gefahren. Die Polizei fragte, wer das Auto oder den Mann an diesen Tagen gesehen hat.

Die vermisste 15-Jährige hatte nach Ansicht der Ermittler zum Zeitpunkt ihrer mutmaßlichen Tötung das Haus ihres Schwagers wohl nicht verlassen. Das sagte Hoffmann in der Sendung. Der dringend tatverdächtige Schwager von Rebecca sei zur mutmaßlichen Tatzeit allein mit ihr im Haus gewesen. Dies ergebe sich vor allem aus dem Telefonverhalten Rebeccas und den Routerdaten im Haus des Schwagers.

Rebecca war demnach in den Morgenstunden des 18. Februar aus dem Haus ihres 27-jährigen Schwagers und ihrer Schwester verschwunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie getötet wurde. Ihr Schwager sitzt seit Montag in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen.

Unterdessen verteidigte die Polizei die Auswahl der Fotos des Mädchens, die bei der Suche eingesetzt wurde. Unter anderem hatte die "Süddeutsche Zeitung" kritisiert, dass eines der Porträtbilder kein realistisches Foto sei, sondern möglicherweise von ihr selbst oder Freunden digital bearbeitet und verschönert worden sei. Das Foto zeigt Rebecca zudem deutlich geschminkt.

Ein Polizeisprecher sagte dazu: "Wir müssen uns danach richten, Bilder zu nehmen, von denen die Angehörigen sagen, dass sie dem Gesuchten sehr ähnlich sehen." Bei der Auswahl sei man auf die Unterstützung der Familie angewiesen. Beide Fotos seien unter diesen Gesichtspunkten ausgewählt worden.

sen/dpa

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