Vermisste Berlinerin Polizei startet neue Suchaktionen im Fall Rebecca

Seit mehr als zwei Wochen ist Rebecca aus Berlin verschwunden. 700 Hinweise sind zu dem Fall eingegangen, die Polizei durchkämmte ein Waldstück in Brandenburg - ohne Ergebnis. Nun geht die Suche weiter.

DPA

Die Anteilnahme im Fall der vermissten Rebecca ist groß, die Suche nach der 15-Jährigen geht weiter: Am späten Vormittag hat die Polizei ihren Einsatz in einem Waldgebiet bei Kummersdorf in Brandenburg fortgesetzt.

"Wo man gestern wegen der Dunkelheit aufhören musste, setzt man heute wieder ein", sagte eine Sprecherin der Polizei. Erneut hat die Mordkommission eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei zur Unterstützung angefordert.

Rund sieben Stunden lang hatten Polizisten am Donnerstag bereits das Areal in einem Wald in Brandenburg nahe Storkow südöstlich von Berlin durchkämmt- ohne Ergebnis. Ob auch erneut Leichenspürhunde und ein Hubschrauber eingesetzt werden, steht bislang nicht fest. Voraussichtlich bis zum Abend sollte gesucht werden. "So lange es die Sicht- und Wetterverhältnisse zulassen, wird man die Suche fortsetzen", sagte die Sprecherin.

Die mehr als 300 Hinweise, die nach der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" am Mittwochabend bei den Ermittlern eingingen, würden von Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt weiter geprüft. Die Gesamtzahl der Hinweise lag am Donnerstag bei rund 700.

Ob es neue Erkenntnisse gebe, teile die ermittelnde Mordkommission jedoch erst mit, wenn Auswirkungen auf die Ermittlungen ausgeschlossen werden könnten, teilte die Polizei mit.

Rebecca war am 18. Februar in den frühen Morgenstunden aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers verschwunden. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass sie getötet wurde. Dringend tatverdächtig ist der Schwager von Rebecca. Der 27-Jährige war demnach zur mutmaßlichen Tatzeit allein mit ihr im Haus.

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Vermisste Berlinerin: Der Fall Rebecca

Nach Ansicht der Ermittler hatte Rebecca zum Zeitpunkt ihrer mutmaßlichen Tötung das Haus nicht verlassen. Dies ergebe sich vor allem aus dem Telefonverhalten Rebeccas und den Routerdaten in dem Haus, sagte ein Mitarbeiter des Landeskriminalamts in der ZDF-Sendung.

Die Ermittler befassen sich vor allem auch mit zwei Autofahrten des Schwagers. Auf der Autobahn 12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) war das Auto, das der 27-Jährige nutzte, von einem Kennzeichen-Erfassungssystem der Polizei registriert worden. "Zu beiden Fahrten kann er keine Angaben machen", hatte Kriminalhauptkommissar Michael Hoffmann, Leiter der zuständigen 3. Mordkommission, gesagt.

Die Fahrten passten nicht zu der Version, die der Schwager erzählt habe. Es gebe Widersprüche in den Aussagen des Mannes. "Es ist ein Fall, der betroffen macht", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, im RBB.

Die Eltern und Schwestern von Rebecca halten den Schwager für unschuldig. "Die ganze Nummer hängt mit einer anderen Sache zusammen, die ich aber nicht sagen darf", sagte Rebeccas Vater dem Sender RTL am Mittwoch. Er bat seinen Schwiegersohn: "Florian, rede einfach! Klär das, damit die ganze Suche in die andere Richtung geht, und zwar in die richtige. Wir müssen Becky finden."

sen/dpa/AFP

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