Schlammschlacht zweier Spielerfrauen Vardy verliert Verleumdungsprozess gegen Rooney

Im juristischen Streit zwischen zwei Frauen von englischen Fußballstars ist das Urteil gefallen: Ein Gericht in London entschied zugunsten von Coleen Rooney.
Rebekah und Jamie Vardy: Niederlage vor Gericht

Rebekah und Jamie Vardy: Niederlage vor Gericht

Foto: Yui Mok / dpa

In einem aufsehenerregenden Prozess zwischen zwei englischen Fußball-Spielerfrauen hat Rebekah Vardy gegen Coleen Rooney verloren. Ein Gericht in London wies am Freitag die Klage der Ehefrau von Ex-Nationalstürmer Jamie Vardy wegen Verleumdung ab.

Die 40-Jährige hatte Schadensersatz von der Ehefrau von Ex-Stürmerstar Wayne Rooney gefordert, nachdem diese ihrer einstigen Freundin vorgeworfen hatte, private Geschichten der Klatschpresse erzählt zu haben.

Es sei »wahrscheinlich«, dass Vardys ehemalige Agentin die Geschichten über Rooney an eine Boulevardzeitung weitergereicht habe, hieß es in der Urteilsbegründung von Richterin Karen Steyn. »Nichtsdestotrotz zeigen die Beweise meiner Meinung nach eindeutig, dass Mrs Vardy von diesem Verhalten wusste und es billigte.«

Vardy sei »aktiv daran beteiligt« gewesen, so Richterin Steyn. Sie habe ihre Mitarbeiterin auf Rooneys privates Instagramkonto verwiesen, ihr Screenshots der Beiträge geschickt und auf Themen aufmerksam gemacht, die für die Klatschpresse interessant sein könnten.

Das Mobiltelefon der Agentin war vor Verfahrensbeginn auf mysteriöse Weise in der Nordsee versunken, auch Vardy hatte laut Richterin »absichtlich Beweise zurückgehalten«. Vardy muss nun die bis zu drei Millionen Pfund hohen Anwaltskosten beider Parteien tragen.

»Wagatha-Christie-Fall«

Rooney hatte ihre Anschuldigungen über soziale Netzwerke öffentlich gemacht. Weil die 36-Jährige mit kriminalistischem Spürsinn vorging, um Vardy zu überführen, war in englischsprachigen Medien die Rede vom »Wagatha-Christie-Fall« aufgetaucht – ein Wortspiel aus der Abkürzung »Wags« des englischen Begriffs für Spielerfrauen (Wives and Girlfriends) sowie dem Namen der Krimiautorin Agatha Christie.

2019 verbreitete Rooney auf ihrem persönlichen Instagramkanal allerlei Falschnachrichten: Der Keller ihres Hauses sei voller Wasser gelaufen, sie wolle wieder zurück ins Reality-TV, sie sei nach Mexiko geflogen und erkundige sich dort über Geschlechtsanpassungen. Sie änderte die Einstellungen auf ihrem Instagramkanal so, dass nur noch Rebekah Vardy ihre Nachrichten lesen konnte.

Am 9. Oktober 2019 machte Coleen Rooney schließlich öffentlich, wen sie glaubte, überführt zu haben. Sie twitterte einen Satz: »Es war der ………. Account von Rebekah Vardy.« Einige Nachrichtenportale schreiben, an diesem Tag sei das Internet explodiert.

wit/dpa/sid

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