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Rechte Terrorserie in den Neunzigerjahren Bundesanwaltschaft prüft Verbindungen zum Anschlag von Saarlouis

In den Neunzigerjahren verübten Unbekannte mehr als 20 Brand- und Sprengstoffattentate im Saarland. Nach SPIEGEL-Informationen prüft die Bundesanwaltschaft jetzt, ob es Zusammenhänge mit dem Mordfall Yeboah gibt.
aus DER SPIEGEL 23/2022
Polizeiwagen an der Außenstelle des Bundesgerichtshofs: Haftprüfung für einen Rechtsextremisten

Polizeiwagen an der Außenstelle des Bundesgerichtshofs: Haftprüfung für einen Rechtsextremisten

Foto: Uli Deck / picture alliance/dpa

Bei Mordermittlungen gegen einen ehemaligen Neonazi-Aktivisten aus Saarlouis prüft die Bundesanwaltschaft mögliche Zusammenhänge zwischen dem Fall und einer Serie ungeklärter Brand- und Sprengstoffanschläge im Saarland in den Neunzigerjahren. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkenpolitikerin Martina Renner hervor.

Aus: DER SPIEGEL 23/2022

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Der Mann wurde im April verhaftet, ihm wird vorgeworfen, 1991 einen Brandanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft in Saarlouis verübt zu haben. Dabei verbrannte der Geflüchtete Samuel Yeboah, zwei weitere Bewohner konnten sich nur durch Sprünge aus dem Fenster des Gebäudes retten und überlebten schwer verletzt.

Opfer Samuel Yeboah: Er starb 1991 durch einen Brandanschlag

Opfer Samuel Yeboah: Er starb 1991 durch einen Brandanschlag

Foto: STR / AFP

Der Antwort der Bundesregierung zufolge werden im Rahmen der Ermittlungen nun auch eventuelle Verbindungen zu sechs weiteren Verbrechen in dem Bundesland untersucht. Dazu zählen ein versuchter Sprengstoffangriff auf ein PDS-Büro 1990, eine Brandstiftung an einer weiteren Geflüchtetenunterkunft 1991 und der Bombenanschlag auf die Wehrmachtsausstellung im Jahr 1999.

Laut Renner gab es zwischen 1990 und 1999 mehr als 20 Anschläge im Saarland. »Warum die Serie damals nicht aufgeklärt und gestoppt wurde, muss Gegenstand eines Untersuchungsausschusses werden«, fordert die Bundestagsabgeordnete.

Der Verteidiger des Beschuldigten im Fall Yeboah war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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