Österreich Rechtsextremer Rapper »Mr. Bond« festgenommen

Er veröffentlichte antisemitische, rassistische und die Nazizeit verherrlichende Songs: In Österreich ist »Mr. Bond« festgenommen worden. Auch der Attentäter von Halle hörte die Musik des Rappers.
Polizeieinsatz in Österreich (Symbolbild)

Polizeieinsatz in Österreich (Symbolbild)

Foto: Elmar Gubisch / Getty Images

Ermittler in Österreich haben den rechtsextremen Rapper »Mr. Bond« festgenommen. Der 36-jährige Österreicher hatte seit 2016 im Internet und auf CDs antisemitische, rassistische und die Nazizeit verherrlichende Songs veröffentlicht, wie ein Sprecher des Innenministeriums in Wien sagte.

Die Lieder seien in der rechtsextremen Szene äußerst beliebt gewesen. So habe der Attentäter von Halle bei seinem Anschlag einen Song von »Mr. Bond« gehört. Der Rapper soll auch das Hasspamphlet des Attentäters von Christchurch übersetzt und veröffentlicht haben.

Reichskriegsfahne, NS-Devotionalien und Liedtexte sichergestellt

Lange war es »Mr. Bond« gelungen, seine wahre Identität zu verschleiern. Nach Ermittlungen des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) und der Verfassungsschützer in Kärnten sei der Rapper am 20. Januar festgenommen worden, hieß es nun. Er sitzt in Untersuchungshaft. Ihm wird die Verbreitung von NS-Gedankengut sowie Verhetzung vorgeworfen. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Bei einer Hausdurchsuchung wurden laut Innenministerium Waffen, eine Reichskriegsfahne, NS-Devotionalien und Liedtexte sichergestellt. Für seine Songs verwendete der Kärntner Musiktitel anderer Interpreten. Deshalb drohen ihm auch Konsequenzen wegen Urheberrechtsverletzungen.

Der Anschlag von Halle im Oktober 2019 galt den Besuchern einer Synagoge. Der Angreifer Stephan Balliet gelangte jedoch nicht in das Gotteshaus, erschoss dann die 40-jährige Passantin Jana L. und später in einem Dönerimbiss den 20-jährigen Kevin S. Wegen Mordes und versuchten Mordes in 62 Fällen wurde der rechtsextreme Täter im Dezember 2020 zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

bbr/dpa
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