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16. August 2019, 18:05 Uhr

Rechtsextremismus

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen "Druiden"

Er soll im Internet den Mord an Kassels Regierungspräsident Walter Lübcke begrüßt haben: Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt gegen den selbst ernannten Druiden Karl Burghard B. - es gab bereits eine Razzia.

Der rechtsextreme "Druide" Karl Burghard B. alias "Burgos von Buchonia" beschäftigt erneut die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Halle (Saale) ermittelt gegen den 69-Jährigen wegen des Verdachts auf "Billigung von Straftaten". Demnach soll B. im Internet den Mord an Kassels Regierungspräsidenten Walter Lübcke begrüßt und zur Tötung politischer Gegner aufgerufen haben.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage des SPIEGEL mitteilte, wurde Anfang Juli B.s Wohnstätte auf einem Campingplatz in Sachsen-Anhalt durchsucht. Bei der Razzia seien unter anderem Datenträger, Kommunikationselektronik sowie ein Morgenstern sichergestellt worden.

Der selbst ernannte "Druide" war den Sicherheitsbehörden schon mehrfach wegen antisemitischer und neonazistischer Äußerungen aufgefallen. 2017 war B. unter dem Verdacht verhaftet worden, eine rechtsterroristische Vereinigung gebildet zu haben. Dieser Verdacht ließ sich jedoch nicht erhärten. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe leitete aber ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Volksverhetzung, unerlaubten Erwerb von Munition und Herstellen von Schusswaffen ein. B.s Verteidiger war für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.

srö

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