Rechtsstreit Französin will Kind von totem Mann

Fabienne Justel will unbedingt von ihrem Ehemann schwanger werden. Dieser starb jedoch 2008 an Krebs. Nun kämpft die Französin vor dem Berufungsgericht von Rennes um ihre Familienplanung.


Paris - Die 39 Jahre alte Fabienne Justel kämpft seit Monaten darum, von ihrem verstorbenem Mann schwanger zu werden. Sie will sich mit dem tiefgefrorenen Samen ihres 2008 an Krebs gestorbenen Mannes befruchten lassen. Dieser hatte Sperma einfrieren lassen, weil er sich sorgte, dass die Chemotherapie ihn unfruchtbar machen könnte. Die französische Justiz hatte den Antrag der Witwe zunächst abgelehnt. Nun beschäftigt sich das Berufungsgericht von Rennes von diesem Montag an mit dem Fall.

In Frankreich ist eine künstliche Befruchtung nach dem Tod des Partners verboten. Die Herausgabe eingefrorenen Spermas ist nur mit Einwilligung des Spenders möglich.

In Deutschland hatte kürzlich eine 29 Jahre alte Witwe aus Neubrandenburg in einem Berufungsprozess durchgesetzt, ein Kind von ihrem gestorbenen Mann austragen zu dürfen. In diesem Fall hatte das Paar bereits befruchtete Eizellen einfrieren lassen. Nach einem tödlichen Motorradunfall des Mannes verweigerte das Krankenhaus zunächst die Herausgabe.

jjc/dpa



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