Recklinghausen Junge in Schrank entdeckt - 44-Jähriger wegen Kinderpornografie vorbestraft

Die Polizei entdeckte in einer Wohnung eines 44-Jährigen in Recklinghausen einen vermissten Jugendlichen. Der Mann steht im Verdacht, Kinderpornografie verbreitet zu haben - und ist einschlägig vorbestraft.
Beamte der Spurensicherung am Tatort in Recklinghausen

Beamte der Spurensicherung am Tatort in Recklinghausen

Foto: Marcel Kusch/dpa

Im Fall eines nach zwei Jahren wiederaufgetauchten Jugendlichen hat die Staatsanwaltschaft erklärt, dass der verhaftete Mann schon im Jahr 2018 wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilt worden war. Der heute 44-Jährige habe damals eine Freiheitsstrafe auf Bewährung erhalten, sagte der Bochumer Oberstaatsanwalt Christian Kuhnert.

Der 15-jährige Junge war am vergangenen Freitag bei einer Durchsuchung zufällig in Recklinghausen in der Wohnung eines 44-Jährigen in einem Schrank gefunden worden. Anlass für die Durchsuchung war die Suche nach Abbildungen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs. Das teilte die Behörde  mit. Gegen den Verdächtigen wurde Haftbefehl wegen einer schwerwiegenden Sexualstraftat erlassen. Ob der Junge sich zum Zeitpunkt der Verhandlung und des Urteils gegen den Mann schon in seiner Wohnung befand, blieb zunächst unklar.

Seit zwei Jahren vermisst

Bei dem 15-Jährigen soll es sich nach Medieninformationen um einen Jungen handeln, der vor zwei Jahren aus einer Wohngruppe im benachbarten Oer-Erkenschwick verschwunden war. Beamte entdeckten den Jugendlichen laut Polizei in einem Schrank. Dort habe er sich versteckt oder sei versteckt worden.

"Hinweise, dass der Junge gegen seinen Willen in der Wohnung festgehalten wurde, liegen zurzeit nicht vor", sagte ein Sprecher der Polizei. "Es spricht einiges dafür, dass er sich schon längere Zeit freiwillig dort aufgehalten hat." Nähere Einzelheiten zu dem Jugendlichen machte die Polizei aus Opferschutzgründen nicht. Das Jugendamt sei eingeschaltet.

In der Wohnung wurde bei der Durchsuchung auch ein 77-Jähriger angetroffen. Nach Medieninformationen soll es sich um den Vater des 44-Jährigen handeln, der dort ebenfalls lebt. Beide Männer wurden vorläufig festgenommen. Sichergestellt worden seien technische Geräte und Datenträger, eine Auswertung sei sofort veranlasst worden. Bei der Suche kam auch ein Datenträgerspürhund zum Einsatz.

one/dpa