Recklinghausen Vermisster Junge im Schrank entdeckt - Ermittlungen gegen Polizistin

Zweieinhalb Jahre wurde ein Junge vermisst, dann fanden Ermittler ihn im Schrank eines Mannes. Nun läuft ein Ermittlungsverfahren gegen eine Beamtin - sie soll einem Hinweis nicht nachgegangen sein.
Ein Fahrzeug der Spurensicherung parkt im Dezember vor dem Mehrfamilienhaus in Recklinghausen (Archivbild)

Ein Fahrzeug der Spurensicherung parkt im Dezember vor dem Mehrfamilienhaus in Recklinghausen (Archivbild)

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Marcel Kusch/ dpa

Im Fall des verschwundenen Jungen aus dem Ruhrgebiet wird gegen eine Polizistin ermittelt. Zudem läuft laut einem öffentlichen Bericht  des Innenministeriums ein Disziplinarverfahren gegen die Frau.

Sie soll einen entscheidenden Hinweis zu dem Fall nicht geprüft haben. Dieser war bereits im vergangenen Juli nach der Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" eingegangen.

Laut Polizei sagte die Hinweisgeberin damals, der Junge befinde sich in der Wohnung eines Mannes in Recklinghausen. Die Verfasser des Berichts gehen davon aus, "eine ordnungsgemäße kriminalfachliche Bearbeitung" hätte schon im Juli zum Auffinden des Jungen führen können.

Der 15-Jährige verschwand im Juni 2017. Seine Mutter suchte mit großem Aufwand nach ihm, betrieb eine Facebook-Gruppe und trat in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen" auf. Ende Dezember fanden Ermittler den Jungen zufällig bei einer Hausdurchsuchung. Er war im Schrank eines Mannes, gegen den wegen des Verbreitens von Kinderpornografie ermittelt wurde. (Lesen Sie hier mehr darüber.)

Der 44-Jährige aus Recklinghausen sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauch und 472 Fälle von sexuellem Missbrauch des Jugendlichen vor.

sen/dpa
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