Reemtsma-Entführer Thomas Drach aus dem Gefängnis entlassen

Thomas Drach hat seine Strafe abgesessen. Der Reemtsma-Entführer ist wieder auf freiem Fuß - allerdings unter strengen Auflagen. Jetzt will er sich offenbar ins Ausland absetzen.
Reemtsma-Entführer: Thomas Drach aus dem Gefängnis entlassen

Reemtsma-Entführer: Thomas Drach aus dem Gefängnis entlassen

Foto: Christian Charisius/ picture alliance / dpa

Hamburg - Nach 15 Jahren Haft ist der Reemstma-Entführer Thomas Drach wieder frei. Der 53-Jährige habe das Gefängnis in Hamburg-Fuhlsbüttel gegen 6.30 Uhr verlassen, sagte ein Sprecher der Hamburger Justizbehörde. Er habe im Vorfeld deutlich gemacht, dass er aus Deutschland ausreisen wolle. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung war Drach nach seiner Entlassung in Richtung niederländischer Grenze unterwegs.

Damit wolle er offenbar die strengen Auflagen umgehen, die ihm das Hamburger Landgericht vorher auferlegt hatte. Demnach muss er, sollte er sich weiter in Deutschland aufhalten, eine elektronische Fußfessel tragen, sich wöchentlich bei einem Bewährungshelfer melden und einen festen Wohnsitz haben. Er darf keine Waffen besitzen und keinen Kontakt zu seinem Opfer Jan Philipp Reemtsma aufnehmen. Zudem muss er sich bei der Agentur für Arbeit um eine geregelte Erwerbstätigkeit bemühen.

Drach und seine Komplizen hatten den Millionenerben Reemtsma im Frühjahr 1996 vor seinem Haus in Hamburg-Blankenese überwältigt. Viereinhalb Wochen lang hielten sie ihn angekettet und in Todesangst in einem Verlies in der Nähe von Bremen fest. Gegen 15 Millionen Mark und 12,5 Millionen Schweizer Franken kam Reemtsma schließlich frei. 1998 wurde Drach in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gefasst.

Im November 2011 wurde er nochmals verurteilt: Das Hamburger Landgericht sprach ihn im Zusammenhang mit den Lösegeld-Millionen wegen versuchter Anstiftung zur räuberischen Erpressung schuldig und verurteilte ihn zu weiteren 15 Monaten Haft. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er mit zwei Briefen aus der Haft heraus versucht hatte, einen Bekannten zur Erpressung seines jüngeren Bruders zu bringen. Es sei dabei um die Beute gegangen.

Ein Großteil des Geldes ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. "Es ist ein störender Gedanke, dass er sich möglicherweise von dem Geld, was er auf die Seite gebracht hatte, ein gutes Leben machen kann", sagte das Entführungsopfer Reemtsma am Wochenende in einer NDR-Sendung. "Solche Verbrechen sollten keine Erfolge sein."

vks/dpa