Todessturz in Portugal Ermittlungen zum Tod von Reemtsma-Entführer Koszics eingestellt

Im Februar 2014 stürzte Wolfgang Koszics in Portugal von einer Klippe. Nach wie vor gibt es viele Ungereimtheiten zum Tod des Reemtsma-Entführers, dennoch hat die Hamburger Staatsanwaltschaft die Ermittlungen nun eingestellt.
Starb in Portugal: Reemtsma-Entführer Wolfgang Koszics (links)

Starb in Portugal: Reemtsma-Entführer Wolfgang Koszics (links)

Foto: Pool/Michael_Probst/ picture-alliance / dpa

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zum mysteriösen Tod des Reemtsma-Entführers Wolfgang Koszics eingestellt. "Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden konnten nicht festgestellt werden", sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach.

Er sei von einer sehr hohen Klippe gefallen, ob er gestoßen wurde, könnten auch die besten Rechtsmediziner der Welt nicht mehr feststellen, sagte Frombach. Die Leiche des 72-Jährigen war am 10. Februar 2014 im Meer vor der portugiesischen Stadt Sagres an der Algarve entdeckt worden.

"Es gibt Ungereimtheiten", sagte Frombach. "Der Sachverhalt konnte nicht bis ins Letzte aufgeklärt werden." Sollte sich noch ein Zeuge melden, könnten die Ermittlungen auch wieder aufgenommen werden. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über die Einstellung berichtet.

Koszics gehörte zu der vierköpfigen Bande, die den Hamburger Millionenerben Jan Philipp Reemtsma in einem Verlies in Garlstedt bei Bremen festgehalten hatte. Koszics bewachte das Opfer in dem Versteck. Nach 33 Tagen ließen die Täter den Sozialwissenschaftler für umgerechnet rund 15 Millionen Euro frei.

Vom Großteil des Geldes fehlt bis heute jede Spur, Koszics soll einen Teil des Lösegelds gewaschen haben. 1997 wurde er zu einer Haftstrafe von zehneinhalb Jahren verurteilt. Nach seiner Entlassung im Jahr 2011 fühlte er sich nach Angaben Hamburger Ermittler bedroht.

Drahtzieher Thomas Drach war zwei Jahre nach der Entführung in Buenos Aires in Argentinien gefasst worden. Im Oktober 2013 kam Drach nach Verbüßung seiner Haftstrafe frei.

gam/dpa