Regensburg Anklage fordert lebenslange Haft für mutmaßlichen Mörder von Maria Baumer

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten im Fall Maria Baumer Mord aus Heimtücke vor. Sie fordert eine lebenslange Haftstrafe für Christian F. - ohne Chance auf vorzeitige Haftentlassung.
Angeklagter F. im Landgericht Regensburg (Archivbild)

Angeklagter F. im Landgericht Regensburg (Archivbild)

Foto: Armin Weigel / dpa

Im Mordprozess um den Fall Maria Baumer hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe für den damaligen Verlobten der 26-Jährigen gefordert. Baumer war 2013 tot in einem Wald gefunden worden. Staatsanwalt Thomas Rauscher plädierte vor dem Landgericht Regensburg für eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen heimtückischen Mordes. Zudem solle eine besondere Schwere der Schuld festgestellt werden.

Somit würde verhindert, dass der 36 Jahre alte Hauptangeklagte Christian F. im Fall einer Verurteilung wegen Mordes nach 15 Jahren freikommen könnte, teilte ein Gerichtssprecher mit. Die als Nebenkläger auftretende Familie Baumers schloss sich dem Sprecher zufolge den Forderungen der Staatsanwaltschaft an. F. habe Baumer getötet, um für eine neue Beziehung frei zu sein.

Christian F. hatte zuletzt gestanden, Baumers Leiche vergraben zu haben. Er will die Frau jedoch zuvor tot in ihrem Bett gefunden haben. Dass er dies erst sieben Jahre nach dem Auffinden der Leiche so schilderte, begründete der Krankenpfleger damit, dass er berufliche Nachteile gefürchtet habe. Baumer soll demnach am Konsum einer Mischung verschiedener Tabletten gestorben sein, die F. verbotenerweise von der Arbeit mitgenommen habe.

Der Fund eines Spatens auf seinem Dachboden sowie die Auswertung seiner letzten Suchmaschinenergebnisse hatten F. nach Ansicht der Staatsanwaltschaft jedoch weiter belastet. F. hatte vor dem Verschwinden Baumers unter anderem "Der perfekte Mord" gegoogelt.

Leiche wurde erst ein Jahr später gefunden

Baumers sterbliche Überreste waren erst mehr als ein Jahr nach ihrem Verschwinden 2013 von Pilzsammlern zufällig in einem Wald gefunden worden. Sie waren zusätzlich durch Einwirkung von Chemikalien stark zersetzt. Ihr Verlobter galt bereits damals als verdächtig. Für eine Anklage reichten die Indizien aber lange nicht aus. Erst durch neuartige Labormethoden gelang es im vergangenen Jahr, in Überresten der Toten ein Beruhigungsmittel nachzuweisen, das F. ihr verabreicht haben soll.

Ein Urteil in dem Fall könnte nun am Dienstag kommender Woche fallen.

fek/AFP/dpa
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