Regensburger Mordprozess Angeklagter gesteht, Leiche von Maria Baumer vergraben zu haben

Der Hauptverdächtige Christian F. hat gestanden, die Leiche von Maria Baumer in einem Wald verscharrt zu haben. Er will die Frau jedoch zuvor tot in ihrem Bett gefunden haben.
Angeklagter Christian F. (Archivbild): Nach eigener Aussage fand er seine Verlobte tot im Bett

Angeklagter Christian F. (Archivbild): Nach eigener Aussage fand er seine Verlobte tot im Bett

Foto: Armin Weigel / dpa

Im Fall der getöteten Maria Baumer hat der Angeklagte zugegeben, ihre Leiche versteckt zu haben. Vor dem Landgericht Regensburg ließ der Hauptverdächtige Christian F. über seinen Anwalt ausrichten, er habe seine Verlobte morgens tot im Bett gefunden und ihre Leiche daraufhin im Wald vergraben. Bislang hatte F. in dem Prozess geschwiegen.

Acht Jahre nach dem Verschwinden von Maria Baumer stellt Christian F. ihren Tod nun als "Unfalltod" dar. "Frau Baumer hatte in der Nacht diverse Tabletten zu sich genommen, welche mutmaßlich zu ihrem Tod führten", heißt es in der zehn Seiten langen Erklärung, die sein Verteidiger Michael Euler im Namen des Angeklagten vortrug. In einer Art "Kurzschlussreaktion" habe Christian F., nachdem er ihren Tod am Morgen des 26. Mai 2012 festgestellt habe, den Versuch unternommen, ihr Verschwinden vorzutäuschen.

Er habe panisch gehandelt, weil er angeblich fürchtete, Schwierigkeiten zu bekommen, wenn herauskäme, dass er ihr die Tabletten illegal besorgt hatte. "Der Entschluss, Frau Baumer heimlich in dem Waldstück zu begraben und ihr Verschwinden vorzutäuschen, war allein von dem persönlichen Interesse geleitet, nicht mit der Tabletteneinnahme und dem möglicherweise hierdurch verursachten Tod in Verbindung gebracht zu werden", trug der Verteidiger vor.

Maria Baumer sei die Liebe seines Lebens gewesen. Mit "unendlicher Traurigkeit, gepaart mit Verzweiflung" habe er auf den Tod seiner Verlobten reagiert. "Die Nerven hätten blank gelegen, es fühlte sich an, als sei die Welt um ihn herum zerbrochen gewesen", habe Christian F. seinen damaligen Zustand gegenüber seinem Verteidiger beschrieben.

Über seinen Anwalt kündigte Christian F. an, sich nun doch von der Gerichtspsychiaterin explorieren zu lassen. Er werde auch Fragen des Gerichts beantworten, allerdings auch dies nicht spontan und mündlich, sondern schriftlich. Fragen der Familie Baumer will er nicht beantworten. Ganz am Ende der Erklärung heißt es, der Angeklagte werde sich nicht dazu äußern, "wer ihm in Bezug auf die Verheimlichung des Unfalltodes von Frau Baumer geholfen hat".

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 35-Jährigen vor, Baumer im Mai 2012 mit Medikamenten getötet und ihren Leichnam beseitigt zu haben. Demnach ermordete der Krankenpfleger die Frau, um für eine Beziehung mit einer Patientin frei zu sein. Mit dem Verschwinden seiner Verlobten soll er zudem seinen Studienabbruch gerechtfertigt haben.

Pilzsammler hatten Baumers Leiche im Herbst 2013 in einem Wald gefunden. Der Verlobte geriet damals schon einmal ins Visier der Ermittler, kam aber wieder auf freien Fuß. Ende 2019 wurde der Mann erneut festgenommen.

Mit neuen technischen Methoden hatten Experten an Kleidung und Haaren des Opfers Rückstände von Medikamenten festgestellt. Der angeklagte Deutsche soll kurz vor dem Verschwinden der Frau unter anderem nach "Lorazepam letale Dosis" und "der perfekte Mord" gegoogelt haben. Sein Anwalt wollte bislang einen Freispruch erwirken.

Zuletzt hatte eine frühere Bekannte von F. ausgesagt, dass der 35-Jährige sie nach Baumers Tod gestalkt hatte. In ihrem Blut wurde das gleiche Beruhigungsmittel gefunden wie bei Baumer. Die Bekannte hatte den Kontakt schließlich abgebrochen, weil ihr die Begegnungen mit F. zu unheimlich wurden.

fek/wr/dpa
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