»Reichsbürger«-Gruppierung »Königreich Deutschland« will offenbar gezielt Immobilien in Sachsen kaufen

Der selbst ernannte »König von Deutschland«, Peter Fitzek, möchte offenbar sogenannte Gemeinwohldörfer errichten. Der Verfassungsschutz warnt Interessierte vor dem Verlust ihrer Ersparnisse.
Logo des »Königreich Deutschland«: Die Gruppierung leugnet die geltende Rechts- und Verfassungsordnung der Bundesrepublik Deutschland

Logo des »Königreich Deutschland«: Die Gruppierung leugnet die geltende Rechts- und Verfassungsordnung der Bundesrepublik Deutschland

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Jan Woitas / picture alliance

Das »Königreich Deutschland« plant in Sachsen »offenbar gezielt den Ausbau seiner verfassungsfeindlichen Aktivitäten«, warnt das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV). Die »Reichsbürger«-Gruppierung um den selbst ernannten »König von Deutschland«, Peter Fitzek, plant demnach, Immobilien zu kaufen, um sogenannte Gemeinwohldörfer zu errichten.

Die Gruppe leugnet den Angaben zufolge die Rechts- und Verfassungsordnung der Bundesrepublik Deutschland. In den Ortschaften sollen den Mitgliedern »perspektivisch eine weitgehende Selbstversorgung abseits des nach ihrer Lesart ›destruktiven Systems der Bundesrepublik Deutschland‹ ermöglicht werden«, so LfV-Präsident Dirk-Martin Christian. Sie sollen dort wohnen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Es bestehe die Gefahr, »dass sich weitere extremistische, sektenähnliche Siedlungsgemeinschaften herausbilden«. Vergleichbar ist das offenbar mit den völkischen Siedlern. Bürgerinnen und Bürgern, die sich von der »Reichsbürger«-Gruppierung angezogen fühlen, drohe der Verlust ihrer Ersparnisse.

Außerdem befürchtet die Behörde, dass die Gruppe weitere »Gemeinwohlkassen« einrichtet. Eine solche Reichsbürgerbank sei in Sachsen erstmals 2021 in einer Dresdner Bäckereifiliale errichtet worden.

Vor diesem Hintergrund warnt das LfV Kommunen und Privatleute davor, Immobilien an das »Königreich Deutschland« zu verkaufen. Dabei gehe es um Grundstücke ab einer Größe von fünf Hektar mit Wald und Freiflächen für Landwirtschaft sowie Wasserzuläufen. Häufig würden die tatsächlichen Käufer allerdings durch den Einsatz von Strohleuten verschleiert.

Nach Angaben des Landesamts für Verfassungsschutz ist die Zahl der sogenannten Reichsbürger und Selbstverwalter in Sachsen im vergangenen Jahr auf 1900 gestiegen. Das seien 850 mehr als im Jahr 2020.

»Offenbar sieht Peter Fitzek hierzulande einen erfolgversprechenden Nährboden für die Verbreitung seiner verfassungsfeindlichen Agenda«, heißt es weiter. Fitzek stand bereits mehrfach vor Gericht und wurde unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt. Weil er auch unerlaubt eine eigene Krankenversicherung betrieb, wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt.

bbr/ptz
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