Mexikanische Drogenhändlerin 70 Monate Haft für "Königin des Pazifiks"

Sie gilt als eine der wenigen Frauen im von Männern beherrschten Drogengeschäft. Jetzt hat ein US-Gericht die Mexikanerin Sandra Ávila Beltrán zu fast sechs Jahren Haft verurteilt. Womöglich muss sie die Strafe aber gar nicht antreten.

EPA/MEXICAN PUBLIC SECURITY SECRETARY

Miami - Die mexikanische Drogenhändlerin Sandra Ávila Beltrán ist in den USA zu 70 Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht in Miami sah es als erwiesen an, dass die "Reina del Pacífico" (Königin des Pazifiks) zu einer Bande gehörte, die im großen Stil Kokain in die Vereinigten Staaten schmuggelte, wie es aus Justizkreisen hieß.

Sandra Ávila Beltrán galt als Verbindungsfrau zwischen den Kartellen in Mexiko und Kolumbien und war vor mehr als einem Jahr an die USA ausgeliefert worden. Als eine der wenigen Frauen in dem von Männern beherrschten Drogengeschäft hatte es die "Reina del Pacífico" zu einiger Berühmtheit gebracht.

So gilt sie als Mitbegründerin des mächtigen Sinaloa-Kartells. Sie soll der Legende nach vor Jahren dabei geholfen haben, die Flucht von Joaquín "El Chapo" Guzmán aus dem Gefängnis zu organisieren. Guzmán ist Chef des Sinaloa-Kartells und der weltweit meistgesuchte Drogenboss.

Diese Vorwürfe waren vor Gericht in Miami allerdings nicht verhandelt worden. Stattdessen hatte sich Beltrán bereits im April schuldig bekannt, gemeinsam mit ihrem kolumbianischen Lebensgefährten Juan Diego Espinosa Ramírez den Schmuggel großer Mengen Kokain in die Vereinigten Staaten organisiert zu haben.

Womöglich muss die 52-Jährige ihre Haftstrafe in den USA nicht antreten, da sie bereits in Mexiko rund sechs Jahre inhaftiert war. Die verbüßte Haftstrafe könnte gegen die in den USA verhängte aufgerechnet werden. Bereits in wenigen Wochen könnte Beltrán deshalb in ihr Heimatland abgeschoben werden, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf die Anwälte der Verteidigung.

rls/dpa



insgesamt 1919 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Skandalos, 30.07.2010
1.
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Durch die Legalisierung von Drogen in den USA. Dort gibts ja eine aktuelle Initiative, die sich großer Unterstützung quer durch alle Parteien erfreut. Prohibition funktioniert einfach nicht.
karmamarga 30.07.2010
2. Wie entkommen?
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Den Shabab-Milizen das Land schenken. Dann weiss jeder im Land mit wem oder was er es zu tun hat. So wie jetzt geht die Sache endlos weiter.
Ohli 30.07.2010
3. Keine Macht der Drogenmafia
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Die Abteilung der UN, die sich des Themas Drogen angenommen hat, gibt auf ihren jählich stattfindenden Konferenzen in Wien seit 2 Jahren bekannt, das der "War on Drugs", der hauptsächlich in den 80er Jahren von Ronald Reagan proklamiert wurde, verloren ist. Jahrzehnte in denen Milliarden für die Strafverfolgung ausgegeben wurden, umsonst. Der weltweite illegale Drogenanbau hat sich erhöht, die Verkaufszahlen und der Umsatz haben sich erhöht (geschätzte 500 Milliarden US-Dollar wurden im vergangenen Jahr weltweit mit illegalen Drogen umgesetzt). Weiter so wie bisher, bedeutet weitere Profite für die organisierte Kriminalität, weiter Korruption, weiter mit dem Elend und Leid. Eine drogenfreie Gesellschaft ist eine Illusion, sagte einmal der Drogenbeauftragte der Regierung Kohl, Eduard Lintner. Das Ziel muss eine staatlich regulierte Vergabe aller zur Zeit illegalen Drogen sein. Wie eine erfolgreiche Drogenpolitik aussehen kann, zeigt der "Frankfurter Weg" und deren Projekt mit der Heroinvergabe an schwerstabhängige. Regulierung statt Repression, Akzeptanz und Toleranz, statt Stigmatisierung und Strafverfolgung von Konsumenten. Es wäre auf jeden Fall eimal wünschenswert, wenn man sich sachlich und pragmatisch mit dem Thema Drogen auseinandersetzen würde, statt wie bisher polemisch und emotional. Einen schönen Tag noch, wünscht Ohli
Roller, 30.07.2010
4.
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Ganz einfach: die Legalisierung aller Drogen.
obi wan 30.07.2010
5. Gegen jede Art von Titeln und Orden!!!!
Keine Ahnung wie Mexiko entkommen kann. Ich kann nur sagen: Sicher nicht durch so politisch vielleicht korrekte aber vollkommen nutzlose Konzepte wie Rauschgift legalisieren, Dialog suchen u.ä. Mal sehen wann hier die Ersten hier auftauchenk, die so etwas als alleiniges Allheilmittel ernsthaft verkaufen wollen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.