Rekordentschädigung 150 Milliarden Dollar für Familie von Verbrechensopfer

Es ist die höchste Geldstrafe, die in den USA je verhängt wurde: Geschworene eines Zivilprozesses in Texas haben den Hinterbliebenen eines Verbrechensopfers eine Entschädigung von 150 Milliarden Dollar zugesprochen. Doch die Summe wird vermutlich nie ausgezahlt werden.


La Grange - Robbie Middleton war acht Jahre alt, als er mutmaßlich sexuell missbraucht und dann mit Benzin übergossen und angezündet wurde. Im April 2010 starb er im Alter von 20 Jahren an einer Krebserkrankung, die durch die Verbrennungen verursacht worden sein soll.

Der Anwalt der Hinterbliebenen hat nun vor dem Bezirksgericht im texanischen Fayette County einen späten und unvollkommenen Sieg davongetragen: Die Geschworenen in dem Zivilprozess sprachen den Angehörigen von Middleton eine Entschädigung von 150 Milliarden Dollar zu, rund 114 Milliarden Euro.

Anwalt Craig Sico sagte am Dienstag in La Grange, dies sei der höchste Betrag, von dem er je gehört habe. Allerdings sei die Summe lediglich symbolisch, die Familie gehe davon aus, dass kein Cent davon je bezahlt werde. "Das einzige Ziel dieses Verfahrens war es, Druck auf die Staatsanwaltschaft auszuüben, endlich Anklage gegen Collins zu erheben." Er habe die Geschworenen gebeten, mit der Höhe der Entschädigungssumme ein Zeichen zu setzen.

Der tatverdächtige Don Wilburn Collins, der wegen eines Sexualdelikts derzeit im Gefängnis sitzt, hatte stets bestritten, die Tat begangen zu haben. Er wurde deswegen nie angeklagt. In dem Zivilprozess war er weder anwesend, noch wurde er vertreten.

Die bisher höchste Geldstrafe wurde im Jahr 2000 in Florida gegen Tabakfirmen verhängt - damals waren es 145 Milliarden Dollar.

ala/dapd



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