Rekordfund in Mexiko Armee entdeckt mehr als 100 Tonnen Marihuana

Es ist der größte Drogenfund in der Geschichte des Landes: Das mexikanische Militär hat an der Grenze zu den USA 105 Tonnen Mariuhana sichergestellt. Der Marktwert liegt bei mehreren hundert Millionen Dollar.
Rekordfund in Mexiko: Armee entdeckt mehr als 100 Tonnen Marihuana

Rekordfund in Mexiko: Armee entdeckt mehr als 100 Tonnen Marihuana

Foto: STRINGER/MEXICO/ REUTERS

Tijuana - Der mexikanischen Armee ist ein Schlag gegen die Drogenmafia gelungen. Bei einer Razzia im Grenzgebiet zu Kalifornien wurden 105 Tonnen Marihuana sichergestellt. Elf Verdächtige wurden nach einem Schusswechsel mit der Polizei festgenommen, wie das Militär mitteilte. Aus einem Autokonvoi hatten die Männer zuvor die Soldaten beschossen. Laut einem Armeesprecher handelt es sich um den bislang größten einzelnen Drogenfund im Land.

Das Rauschgift sei in 10.000 einzelnen Päckchen in drei Stadtvierteln von Tijuana entdeckt worden, sagte General Alfonso Duarte Mujica. Es war demnach auf verschiedene Häuser und einen Lastwagen verteilt. Die Drogen seien in verschiedenfarbiges Papier gewickelt und mit verschlüsselten Botschaften beschriftet gewesen. Auf einigen Päckchen sei ein Bild von Homer Simpson zu sehen. Laut Armee ist das Marihuana für die USA bestimmt gewesen.

Auf dem mexikanischen Schwarzmarkt habe das Marihuana einen Wert von rund 340 Millionen Dollar. In den USA liege der Wert sogar drei bis vier Mal so hoch. Man sei noch immer damit beschäftigt, die Päckchen zu wiegen, so dass der Wert auch noch weiter steigen könne, sagte Duarte. Das Marihuana soll nun unter Aufsicht verbrannt werden.

In Mexiko sind die Drogenkartelle in den vergangenen zehn Jahren immer größer und mächtiger geworden. Bei Kämpfen zwischen den Kartellen sowie zwischen Polizei und Drogenhändlern sind in den vergangenen Vier Jahren rund 30.000 Menschen getötet worden.

Debatte über die Legalisierung von Marihuana

Das Land gilt mittlerweile als einer der größten Marihuana-Produzenten weltweit. Von dort kommen jährlich rund 7000 Tonnen des Rauschgifts. Arme Kleinbauern pflanzen inzwischen Cannabis statt Mais und Bohnen. Laut dem Drogenbericht der US-Regierung versuchen die Kartelle immer stärker, "von ausländischen Zulieferern unabhängig zu werden".

In Lateinamerika wird derzeit über eine Legalisierung des Rauschgifts diskutiert. Drogen müssten entkriminalisiert werden, um den Kartellen die Geschäftsgrundlage zu entziehen und sie zu schwächen, fordert etwa der frühere mexikanische Präsident Vicente Fox. Zumindest Marihuana müsse legalisiert werden. Drei angesehene Ex-Präsidenten - der Brasilianer Fernando Henrique Cardoso, der Mexikaner Ernesto Zedillo und der Kolumbianer César Gaviria - hatten schon Anfang des Jahres dafür plädiert, Rauschgift kontrolliert freizugeben.

In Mexiko-Stadt zündeten sich Anfang September einige hundert Menschen öffentlich Joints oder Marihuana-Pfeifen an, um für die Legalisierung zu werben. Auch die linke Partei der Demokratischen Revolution (PRD) befürwortet einen solchen Vorschlag.

Präsident Calderón öffnet sich zwar einer Diskussion über das Thema, lehnt die Legalisierung aber ab.

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han/AFP/Reuters/dapd/AP
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