Nach Relegationsspiel Hertha-Rowdys randalieren im Sonderzug

Der Frust über den Abstieg ihres Vereins ist gewaltig: Ein Sonderzug mit Fans von Hertha BSC wurde auf dem Rückweg von Düsseldorf nach Berlin gestoppt - wegen anhaltender Ausschreitungen. Auch die Weiterfahrt nach drei Stunden Pause verlief nicht wie geplant.

Hamm/Hannover/Berlin - Zerschlagene Scheiben, Pyrotechnik und Bierflaschen als Wurfgeschosse: Nach dem hitzigen Relegationsrückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC haben Berliner Rowdys auf der Heimreise heftig randaliert. In Hamm musste ein Sonderzug mit rund 800 Hertha-Anhängern eine dreistündige Zwangspause einlegen. Einer der elf Waggons wurde stark beschädigt, ein weiterer so stark zerstört, dass er in Hamm abgekoppelt werden musste.

Nach Angaben der Bundespolizei in Münster wurden Scheiben eingeschlagen, auch Pyrotechnik sei bei der Einfahrt in den Hammer Bahnhof aus dem Zug herausgeworfen worden. "Es werden Strafverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet", sagte ein Sprecher. Etwa 120 Beamte sicherten den Aufenthalt der Fußballfans auf dem Bahnhof in Hamm ab. Festnahmen gab es keine.

Wegen anhaltender Randale wurde der Sonderzug nach der Weiterfahrt in Hannover umgeleitet. Ursprünglich war ein kurzer Aufenthalt mit Personalwechsel am Hauptbahnhof Hannover geplant gewesen. Aus Sicherheitsgründen wurde aber entschieden, den Zwischenstopp nach Hannover-Linden zu verlegen, wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte.

Dort blieb die Lage weitgehend ruhig. Es wurden vereinzelt Gegenstände auf den Zug geworfen. Nach Angaben der Bundespolizei hatten die Hertha-Fans bereits auf dem Weg zum Hauptbahnhof Hannover andere Reisende mit Bierflaschen beworfen. Verletzt wurde niemand.

Zu einem weiteren Vorfall kam es am Bahnhof Spandau im westlichen Stadtrandgebiet von Berlin. Wie die Bundespolizei bestätigte, zogen die Fans die Notbremse, brachten den Zug zum Stehen und flüchteten aus den Abteilen. Vermutlich wollten die Rowdys den Polizisten aus dem Weg gehen, die im Berliner Hauptbahnhof auf sie warteten, um Personalien aufzunehmen.

Hertha BSC war am Dienstagabend durch ein 2:2 im Relegationsrückspiel bei Fortuna Düsseldorf abgestiegen. Das Spiel endete in einem Skandal, nachdem Tausende Düsseldorfer Fans das Spielfeld etwa 90 Sekunden vor Schluss gestürmt hatten. Erst nach 20 Minuten Unterbrechung konnte die Partie fortgesetzt werden. Deshalb erwägt Hertha BSC Einspruch gegen die Wertung des Relegationsspiels.

wit/dapd/sid/dpa
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