Rente ohne Ende "Kokain"-Video hat keine Konsequenzen für Schill

Der Film, der den früheren Hamburger Innensenator Ronald Schill beim angeblichen Kokain-Konsum zeigt, hat für den 49-Jährigen vorerst keine Folgen. Weder seine Pensionsbezüge werden eingeschränkt noch wird zurzeit strafrechtlich gegen ihn ermittelt.


Hamburg - Das Video, in dem Ronald Schill über Drogen parliert und mit Tellerchen und Strohhalm hantiert, sorgte für Wirbel - Folgen hat es keine: Es gebe keine Möglichkeit, dem 49-Jährigen deswegen seine Pension von rund 1400 Euro als ehemaliger Amtsrichter zu kürzen, zitierte die "Bild"-Zeitung den Leiter des Hamburger Personalamtes, Volker Bonorden. SPD-Fraktionschef Michael Neumann hatte die Streichung der Pension gefordert. Schill schade durch sein skandalöses Verhalten auch seinem früheren Dienstherren, der Stadt Hamburg, so Neumann.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt zwar, aber aktiv werden können die Behörden nur bei Rauschgifthandel, nicht aber, wenn nur der Konsum nachzuweisen ist.

Im Internet kursiert seit vergangener Woche ein Video, das den Ex-Politiker beim Schnupfen eines weißen Pulvers zeigt. Schill hatte sich in seiner Amtszeit als Hamburger Innensenator von 2001 bis 2003 als harter Kämpfer gegen den Drogenhandel profilieren wollen. Schon damals hatte es Behauptungen gegeben, Schill selbst sei Kokain-Konsument, was Schill immer zurückwies.

Laut "Bild"-Zeitung räumt Schill auf dem Video ein, ein Drogentest zur Erhärtung seiner Angaben sei gefälscht worden. Schill war 2001 nach einem Sensationserfolg von fast 20 Prozent der Wählerstimmen Innensenator in einer Koalition aus CDU, Schill-Partei und FDP geworden.

Im Jahr 2003 warf Ole von Beust Schill nach einem Erpressungsversuch aus dem Senat. Der frühere Amtsrichter zog sich nach seiner Wahlniederlage 2004 aus Hamburg zurück und verbrachte viel Zeit in Brasilien. Schill war vor seiner Polit-Karriere Amtsrichter und wurde wegen harter Urteile als "Richter Gnadenlos" bekannt.

jjc/AP



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