Revisionsprozess zum WM-Doppelmord Bundesrichter bestätigen Strafmaß

Wie oft war Italien Fußball-Weltmeister? Im Streit über diese Frage erschoss ein Deutscher 2010 zwei Männer. Er wurde zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft forderte eine härtere Strafe - und ist damit nun in der Revision gescheitert.


Karlsruhe/Hannover - Der Doppelmörder in einem Fußballstreit während der WM 2010 bleibt von der Höchststrafe verschont. Mit zwei Italienern hatte sich der Täter in Hannover über die Zahl der WM-Titel Italiens gestritten und die beiden Männer umgebracht. Dafür bleibt es beim Strafmaß von 14 Jahren und sechs Monaten, urteilte der Bundesgerichtshof am Donnerstag. Er verwarf einen Revisionsantrag der Staatsanwaltschaft, die eine härte Strafe gefordert hatte (Az.: 3 StR 223/11).

Der damals 42-jährige Täter hatte sich in einem Lokal im Rotlichtviertel mit zwei Italienern darüber gestritten, wie oft Deutschland und Italien Weltmeister waren. Dabei hatte er die Tatsache bestritten, dass Italien vier Titel und damit einen mehr als Deutschland hat.

Der Deutsche verließ das Lokal. Nach 20 Minuten kehrte er zurück und trat an den Tisch der 47 und 49 Jahren alten Italiener. Mit den Worten "Da hast du vier Sterne" schoss er dem ersten von ihnen in den Kopf. Als der zweite Italiener um sein Leben bat, feuerte er auch zwei Kugeln auf ihn ab. Danach flüchtete der Schütze nach Mallorca, wo er sich kurz darauf den spanischen Behörden stellte.

Das Landgericht Hannover verurteilte den Mann wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen. Es bestritt jedoch, dass er bei seiner zweiten Tat heimtückisch gehandelt hat. Zudem gestand es ihm wegen seiner Alkoholkrankheit verminderte Schuldfähigkeit zu. Bei der Strafzumessung von 14 Jahren und sechs Monaten Haft blieben die Richter ein halbes Jahr unter der Höchststrafe von 15 Jahren.

Diese Wertung wollte die Staatsanwaltschaft von den obersten Richtern prüfen lassen. Der BGH bestätigte nun das Urteil vom Landgericht. Auch die Bundesstaatsanwaltschaft sah keinen Grund, an dem Richterspruch zu zweifeln.

ulz/dpa



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