Rechtsextremismus Generalbundesanwalt erhebt Terroranklage gegen "Revolution Chemnitz"

Die rechtsextreme Terrorzelle "Revolution Chemnitz" wollte Ermittlern zufolge die Regierung gewaltsam stürzen. Jetzt bringt die Bundesanwaltschaft die Beschuldigten vor Gericht.

Die Mitglieder von "Revolution Chemnitz" nach ihrer Verhaftung am 1. Oktober.
DPA

Die Mitglieder von "Revolution Chemnitz" nach ihrer Verhaftung am 1. Oktober.


Der Generalbundesanwalt hat nach SPIEGEL-Informationen Anklage gegen acht Mitglieder der rechtsextremen Gruppe "Revolution Chemnitz" erhoben. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, eine terroristische Vereinigung gebildet zu haben. Zuvor hatten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" sowie der "Tagesspiegel" berichtet.

Im Zuge der Ausschreitungen in Chemnitz im Spätsommer vergangenen Jahres sollen sich acht Männer im Nachrichtendienst "Telegram" zu einer Gruppe mit dem Namen "Planung der Revolution" zusammengeschlossen haben. Am 1. Oktober wurden die Mitglieder der Gruppe verhaftet.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte kürzlich angeordnet, dass sechs der acht Beschuldigten in Untersuchungshaft bleiben müssen. Den Männern sei es darum gegangen, die Unruhen in Chemnitz zu nutzen, um mit gewaltsamen Aktionen am 3. Oktober 2018 einen Systemwechsel "im Sinne ihrer rechtsradikalen Ideologie einzuleiten", hieß es in dem BGH-Beschluss. Bei den sechs Männern in U-Haft handelt es sich laut BGH um führende Köpfe der Skinhead-, Hooligan- und Neonazi-Szene im Raum Chemnitz (lesen Sie hier mehr über die Gruppe).

Christian K. soll maßgeblicher Ideengeber gewesen sein und im Einführungstext der Gruppe gefordert haben, sich nicht mit kleineren Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner zu begnügen. Es gehe um "effektive Schläge gegen Linksparasiten, Merkel-Zombies, Mediendiktatur und deren Sklaven". Die Beschuldigten sollen am 10. oder 11. September ihr Einverständnis dazu erklärt haben.

Auch weitere Gewalttaten seien laut BGH geplant gewesen. In Berlin hätten Schusswaffen zum Einsatz kommen sollen. Zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung bemühten sich die Mitglieder um ihre Beschaffung. Bei den weiteren geplanten Taten sollten dann "normale Bürger" und die Polizei miteinbezogen werden.

jpz

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.