Mit Leiche im Auto unterwegs Ehefrau zu mehrjähriger Haftstrafe verurteilt

Eine Frau aus Rheinland-Pfalz chauffierte ihren Sohn, ihre Tochter und die Leiche ihres Ehemanns im Auto durch die Gegend. Nun muss die 48-Jährige fast vier Jahre ins Gefängnis. Ihre Kinder kamen mit milderen Strafen davon.


Kaiserslautern - Eine ziellose Autofahrt mit der Leiche ihres Ehemanns hat einer Frau aus Rheinland-Pfalz eine Haftstrafe eingebracht. Das Landgericht Kaiserslautern verurteilte die Ehefrau des Toten und ihre beiden Kinder wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Die 48-Jährige muss laut einer Gerichtssprecherin für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Der 27-jährige Sohn erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die 21 Jahre alte Tochter anderthalb Jahre auf Bewährung.

Polizisten hatten die Leiche im August 2012 bei einer Verkehrskontrolle entdeckt. Der Vater, der an einer Geisteskrankheit litt, war erstickt. Nach früheren Angaben eines Gerichtssprechers war er so schwach, dass er Speisereste nicht weghusten konnte. Vor Gericht standen Frau, Sohn und Tochter, weil sie den Tod des Mannes mitverursacht haben sollen.

Die Familienangehörigen hätten nicht hinreichend darauf reagiert, dass der Mann Nahrung verweigerte. Eine Obduktion hatte ergeben, dass eine "fortgesetzte Mangelernährung" zu massiver Auszehrung des 51-Jährigen geführt hatte, hieß es.

ulz/dpa



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