Prozess um "Zahia"-Affäre Fußballstars Ribéry und Benzema freigesprochen

Freispruch für Franck Ribéry und Karim Benzema: Mit diesem Urteil ist der Prozess um die sogenannte Affäre Zahia in Paris zu Ende gegangen. Die Anklage hatte den beiden Fußballstars Sex mit einer minderjährigen Prostituierten vorgeworfen.

Fußballprofis Benzema und Ribéry (beim Länderspiel im Juni 2013): "Schlichter und einfacher Freispruch"
AFP

Fußballprofis Benzema und Ribéry (beim Länderspiel im Juni 2013): "Schlichter und einfacher Freispruch"


Paris - FC-Bayern-Profi Franck Ribéry und sein Kollege Karim Benzema können aufatmen. Ein Gericht in Paris sprach die beiden Fußballstars von dem Vorwurf frei, wissentlich sexuelle Beziehungen zu einer minderjährigen Prostituierten gehabt zu haben. Das Gericht folgte damit der Forderung der Anklage. Zu Ende gegangen war der Prozess bereits in der vergangenen Woche, lediglich die Verkündung des Urteils stand zuletzt noch aus.

Staatsanwalt Jean-Julien Xavier-Rolai hatte bereits vergangene Woche eingeräumt, er habe keine Beweise dafür, dass die französischen Nationalspieler das Alter von Escortdame Zahia D. gekannt hätten. Er plädiere daher für einen "schlichten und einfachen Freispruch".

Ribéry war beschuldigt worden, 2009 der damals erst 17-Jährigen 700 Euro für Sex in einem Münchner Hotel bezahlt zu haben. Er beteuerte, das Alter des Mädchens nicht gekannt zu haben. Das bestätigte im Polizeiverhör auch Zahia D., die inzwischen als Wäschedesignerin arbeitet. Ribéry bestreitet, "Sex gegen Bezahlung" gehabt zu haben.

Freispruch keine Überraschung

Benzema wiederum sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, bereits 2008 mit dem damaligen Callgirl geschlafen zu haben. Zahia D. versicherte, sie habe damals 500 Euro bekommen. Der Stürmer von Real Madrid bestritt allerdings, jemals mit ihr zusammengekommen zu sein.

Eine Überraschung ist der Freispruch für die beiden Sportler indes nicht: Bereits im November 2011 hatte die Staatsanwaltschaft den Fall zu den Akten legen und das Verfahren einstellen wollen. Auch damals waren die Ermittler zu dem Schluss gekommen, dass die Fußballer das wahre Alter von Zahia D. nicht wissen konnten. Ein Untersuchungsrichter ordnete dennoch einen Prozess an.

Für Beziehungen mit minderjährigen Prostituierten sieht das Gesetz in Frankreich eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren und eine Geldbuße von bis zu 45.000 Euro vor. Sowohl Ribéry als auch Benzema waren bei der Verhandlung nicht anwesend.

rls/dpa/AFP



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