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01. Juni 2012, 21:31 Uhr

Fall Trayvon Martin

Todesschütze Zimmerman muss wieder in Haft

Der Mörder des schwarzen Teenagers Trayvon Martin muss wieder ins Gefängnis. Ein Richter setzte am Freitag die Kaution von George Zimmerman aus. Er hatte falsche Angaben zu seinem Vermögen und seinem Reisepass gemacht.

Sanford - Ein Richter hat die Kaution des Sanforder Todesschützen George Zimmerman annulliert. Der Angeklagte muss sich nun innerhalb von 48 Stunden bei der Polizei melden. Der 28 Jahre alte Täter hatte im Februar den schwarzen Teenager Trayvon Martin erschossen. Martins Tötung führte in den USA zu einer heftigen Debatte über Waffengesetze und Rassismus im Justizsystem.

Richter Kenneth Lester sagte am Freitag, Zimmerman hätte falsche Angaben über sein Vermögen gemacht als im April die Höhe der Kaution auf 150.000 US-Dollar festgelegt worden war. Das Gericht glaubte, George Zimmerman und dessen Ehefrau hätten "keinen Penny" besessen, wie die LA Times berichtet. Ankläger Bernie De la Rionda sagte, Zimmermans Aussage habe in die Irre geführt und sei eine Lüge gewesen.

Laut New York Times, behaupten die Ankläger zudem, Zimmerman hätte 200.000 US-Dollar mit einer Website verdient. Außerdem habe er verschwiegen, dass er einen zweiten Pass besitze.

Der Angeklagte plädiert auf nicht schuldig und behauptet, er hätte geschossen, um sich selbst zu verteidigen. Zimmerman wurde nach dem tödlichen Schuss auf Martin vorübergehend festgenommen, dann aber wieder laufengelassen. Erst nach heftigen Protesten wurde Zimmerman schließlich wieder festgenommen, die Staatsanwaltschaft erhob am 11. April Anklage wegen Mordes. Am 23. April wurde Zimmerman gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt.

Am 29. Mai soll die Anklageschrift öffentlich verlesen werden. Bei einer Verurteilung droht Zimmerman lebenslange Haft.

kha/AP/Reuters

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