Rivalisierende Mädchen-Gangs 15-Jährige wegen Misshandlung verurteilt

Sie quälten andere Mädchen mit brennenden Zigaretten und glühenden Drähten - und filmten ihre Taten mit dem Handy: Wegen stundenlanger Misshandlung wurden zwei 15-jährige Mädchen zu Jugendarrest und Sozialstunden verurteilt.


Frankfurt am Main - Das Gericht in Frankfurt am Main sah es als erwiesen an, dass das Schlägerduo Mitte Mai die anderen beiden Schülerinnen in einer Gartenhütte mit brennenden Zigaretten, einem Besenstiel, glühenden Drähten und einem Teppichmesser traktierten und ihre Taten mit dem Handy filmten. Hintergrund ist offenbar ein Konflikt zwischen zwei rivalisierenden Frankfurter Mädchen-Gangs.

Die beiden 15-Jährigen hatten ihre späteren Opfer offenbar rein zufällig an einem S-Bahnhof getroffen und sie wegen Streitigkeiten von vor einer Woche zur Rede stellen wollen. Dabei soll einer Freundin der beiden Verurteilten von Freunden der Opfer die Nase gebrochen worden sein.

Als sich die 14- und die 13-Jährige nicht so verhielten, wie es die 15-Jährigen wollten, zwangen sie die Jüngeren, mit ihnen in eine Kleingartensiedlung zu kommen. Auf einem Weg dorthin traktierten sie die Mädchen weiter mit Schlägen und Tritten, bis die Ältere mehrere blutende Wunden hatte.

Anschließend zwangen die beiden ihre Opfer, mit ihnen in eine Gartenlaube einzusteigen. Dort fesselten sie die 13-Jährige mit Draht an einen Gartenstuhl, nachdem sie sich bis auf die Unterhose hatte ausziehen müssen.

Danach schlugen beide dem Mädchen mit Fäusten und einem Besenstiel, fügten ihr Brandwunden mit Zigaretten zu und zwangen die 14-Jährige, ihre jüngere Freundin mit Erde zu füttern. Der Richter bezeichnete das Vorgehen der Angreiferinnen als "mies, erbärmlich und widerlich".

jjc/ddp



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