Schlag gegen moderne Sklaverei Britische Polizei befreit 20 osteuropäische Zwangsarbeiter

Nicht einmal zwei Pfund Stundenlohn bekamen die 20 Arbeiter in einer Fabrik im englischen Rochdale. Britische Ermittler kamen den Verantwortlichen nun auf die Schliche - und befreiten die osteuropäischen Männer.


Rochdale - Bei der Durchsuchung einer Fabrik im englischen Rochdale hat die Polizei 20 Osteuropäer aus einem Arbeiterlager gerettet. Drei Männer zwischen 40 und 51 Jahren wurden festgenommen, wie die BBC und der "Guardian" berichten.

Laut Polizei mussten die Arbeiter Bilder und Bilderrahmen für bekannte Anbieter herstellen. Sie sollen lediglich 125 Pfund für eine 80-Stunden-Woche erhalten haben. Wobei die Verantwortlichen einen Großteil davon einbehielten - angeblich für Mietkosten und andere Ausgaben. Am Ende sei den Männern nur etwa 25 Pfund von ihrem Lohn geblieben - also rund 31 Euro.

Die Ermittler entdeckten, dass die Männer in "beengten, schrecklichen" Behausungen wohnten, wo sie zu dritt oder viert in einem Zimmer schliefen. Einige Arbeiter erzählten der Polizei, sie seien mit Gewalt und Beschimpfungen zur Arbeit getrieben worden.

"Das ist ein typisches Beispiel dafür, wie moderne Sklaverei in Großbritannien funktioniert", sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei ermittelt demnach schon länger wegen Menschenhandel, die Razzia war ein Teil der Untersuchung. Rochdale gehört zur weiteren Umgebung der Stadt Manchester. In der Nähe waren laut "Guardian" bereits im November 15 Menschen festgenommen worden, die Teil eines Menschenhändlerrings gewesen sein sollen.

gam/AFP

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