Rockerkriminalität Polizei stoppt Kolonne der Hells Angels

Großaufgebot gegen die Rocker: In Kiel hat die Polizei eine nicht genehmigte Kolonnenfahrt der Hells Angels verhindert. Bei der Überprüfung der Männer wurden Drogen und Waffen gefunden - darunter eine Machete.

Kiel - Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Montag eine nicht genehmigte Kolonnenfahrt der Rockerbande Hells Angels aufgehalten. Die Beamten haben einem Sprecher zufolge elf Fahrzeuge und 21 Personen am Ortseingang in Kiel gestoppt. Bei der anschließenden Durchsuchung beschlagnahmten die Einsatzkräfte eine Machete, zwei Teleskop-Schlagstöcke und eine geringe Menge Marihuana.

Die Polizisten erteilten diverse Platzverweise. Vier Personen wurden wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz angezeigt, eine Person wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Anlass für die Kolonnenfahrt war der Beugehaftantritt eines 29 Jahre alten Mitglieds der Hells Angels aus dem sogenannten Charter Alveslohe. Die Polizisten stoppten die Kolonne, um "eine Machtdemonstration" der Rockerbande zu verhindern.

Lediglich der 29-Jährige durfte weiterfahren und trat somit seine Beugehaft im Kieler Gefängnis an. Die Beugehaft war von der Hamburger Staatsanwaltschaft angeordnet worden, nachdem der Norderstedter in einem in Hamburg anhängigen Verfahren die Aussage verweigert hatte.

In Schleswig-Holstein wollen Land und Kommunen gemeinsam gegen die Rockerkriminalität vorgehen. Dazu hat Innenminister Klaus Schlie (CDU) die Bürgermeister von 14 Städten und Gemeinden nach Kiel eingeladen. Das Ergebnis des Treffens soll am Donnerstag bekanntgeben werden.

Ziel des Gesprächs ist die Entwicklung einer Strategie gegen kriminelle Rockergruppierungen. Diese drängen in Schleswig-Holstein zunehmend in legale Geschäftsbereiche wie Tattooshops, offizielle Bordelle oder die Security- und Türsteher-Szene. Vor diesem Hintergrund gewinnen laut Innenministerium Kommunen als Ordnungs-, Aufsichts- oder Genehmigungsbehörden zunehmende Bedeutung.

hut/ddp
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