Umstrittener Starregisseur Gericht bestätigt Roman Polanskis Rauswurf aus Oscar-Akademie

Regisseur Roman Polanski fühlt sich unfair behandelt - und wollte seinen Ausschluss aus der Oscar-Filmakademie per Prozess rückgängig machen. Doch die zuständige Richterin ließ das nicht gelten.
Roman Polanski (2017): Verfahren laut Richterin "fair und angemessen"

Roman Polanski (2017): Verfahren laut Richterin "fair und angemessen"

Foto: Charles Platiau / REUTERS

Eine Rückkehr von Roman Polanski in die Oscar-Akademie wird es wohl nicht mehr geben. Der Regisseur musste vor einem US-Gericht eine Niederlage einstecken. Nach dem Urteil der zuständigen Richterin in Los Angeles war sein Rauswurf 2018 wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe und damit Verstößen gegen die Ethikstandards des Filmverbands rechtmäßig.

In einer Mitteilung der Academy, die der Nachrichtenagentur dpa vorlag, hieß es, sie freuten sich über die Bestätigung des Gerichts, dass das Vorgehen gegen den heute 87-Jährigen damals "fair und angemessen" gewesen sei. Der habe sich, so die Richterin, ausreichend zu den Vorwürfen gegen seine Person äußern dürfen.

Polanski hatte im Mai 2018 die für die Oscar-Vergabe zuständige Filmakademie im Zuge der #Metoo-Debatte verlassen müssen. Nach Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe waren damals auch Entertainer Bill Cosby und Produzent Harvey Weinstein ausgeschlossen worden.

1977 hatte der polnisch-französische Filmemacher unerlaubte sexuelle Handlungen mit einer damals 13-Jährigen vor Gericht zugegeben. Unmittelbar vor der Verkündung des Strafmaßes floh er nach Frankreich und betrat die USA seitdem nie wieder.

Im vergangenen Jahr wurde ein neuer Vorwurf laut

Sein Anwalt Harland Braun hatte im vorigen Jahr Klage gegen die Academy of Motion Picture Arts and Sciences eingereicht. Der Ausschluss Polanskis aus dem Gremium sei zu plötzlich und ohne Anhörung erfolgt, machte er geltend. Sein Mandant habe kein faires Verfahren erhalten.

Neben dem Fall von 1977 waren im vergangenen Jahr neue Vorwürfe gegen Polanski laut geworden. Im November hatte die Französin Valentine Monnier erklärte, dieser habe sie 1975 während eines gemeinsamen Skiurlaubs in Gstaad, Schweiz, vergewaltigt. Monnier war zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt, Polanski 42.

Die Pariser Zeitung "Le Parisien" berichtete zuerst über Monniers Vorwurf. Über seinen Anwalt Hervé Temine hatte Polanski der Zeitung ausrichten lassen, dass er den Vorwurf entschieden zurückweise.

jok/dpa
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