Neues Urteil in Rostock Frühere Pflegeheimbetreiberin misshandelte Schutzbefohlene – vier Jahre Haft

In ihren Einrichtungen lebten Senioren unter unwürdigen Bedingungen: Nun hat ein Gericht ein vorheriges Urteil gegen eine Pflegeheimbetreiberin deutlich verschärft. Die Richter sahen »Abgründe menschlicher Gewinnsucht«.
Statue der Justitia (Symbolfoto)

Statue der Justitia (Symbolfoto)

Foto: DPA

Freiheitsberaubung, Misshandlung Schutzbefohlener und Betrug: Das Landgericht Rostock hat eine frühere Pflegeheimbetreiberin zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren verurteilt. Die Richter gingen damit klar über das vom Amtsgericht Güstrow verhängte Strafmaß hinaus.

Dort war die Frau im August 2019 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt worden. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung waren dagegen in Berufung gegangen.

Senioren in »Dreckslöchern« untergebracht

Nach Angaben einer Gerichtssprecherin fanden die Richter in der Urteilsbegründung klare Worte für das Verhalten der heute 36-Jährigen. Im Laufe der Berufungsverhandlung hätten sich »Abgründe menschlicher Gewinnsucht« aufgetan, Senioren seien unter menschenverachtenden Bedingungen in »Dreckslöchern« untergebracht gewesen.

Bis zur behördlichen Schließung im Jahr 2016 hatte die Frau in Krakow am See (Landkreis Rostock) zwei Pflegeeinrichtungen betrieben. Neben der Haftstrafe verfügte das Gericht gegen die Frau ein fünfjähriges Berufsverbot für den Pflegebereich. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision kann beantragt werden.

fek/dpa
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