Tippgeber bricht sein Schweigen RAF-Festnahmen - Informant bekam 150.000 Mark vom Staat

Ein Mann gab 1982 den entscheidenden Hinweis zur Festnahme der RAF-Führungsriege. Für die Öffentlichkeit blieb er ein Phantom. Nun bricht er im SPIEGEL sein Schweigen.
RAF-Terroristen Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt

RAF-Terroristen Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt

Foto: Anonymous/ AP

Zum ersten Mal hat sich im SPIEGEL der Mann öffentlich geäußert, der im Oktober 1982 den entscheidenden Hinweis zur Festnahme der damaligen Führungsriege der Roten Armee Fraktion (RAF) gab.

Er habe für den Tipp insgesamt 150.000 Mark Belohnung vom Staat erhalten, sagt der Mann. Dennoch hadere er bis heute mit seinem Verhalten. Schon früher habe er ein schlechtes Gewissen gehabt. "Ich kam mir wie ein Verräter vor."

Der Mann aus dem Rhein-Main-Gebiet, der anonym bleiben will, bestätigt mit seinen Äußerungen offizielle Erklärungen für den damaligen Erfolg der Ermittler. Er sagt, ein Freund und Geschäftspartner habe als Pilzsammler in einem Wald bei Offenbach zunächst allein ein Erdversteck mit Waffen entdeckt. Beide hätten sich den Fund gemeinsam angesehen, bevor sie zur Polizei gegangen seien.

Bei dem Versteck handelte es sich um das Zentraldepot der RAF, in dem auch Geld und Hinweise auf weitere Standorte in Deutschland vergraben waren. Vor dem Zentraldepot wurden im November 1982 die Terroristinnen Brigitte Mohnhaupt und Adelheid Schulz gefasst. An einem Depot im Sachsenwald bei Hamburg gelang kurz darauf die Festnahme des RAF-Kaders Christian Klar.

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