Rotherham 40 weitere Tatverdächtige in Missbrauchsskandal ermittelt

Im Missbrauchsskandal im britischen Rotherham haben die Behörden weitere Verdächtige ausgemacht. Es handele sich um die "größte Ermittlung zu Kindesmissbrauch im nicht familiären Bereich".

Vor rund fünf Jahren wurde der Skandal wegen massenhaften Kindesmissbrauchs im britischen Rotherham bekannt. Nun hat die Polizei weitere Verdächtige ermittelt. 38 Männer und zwei Frauen seien in den vergangenen zwei Monaten festgenommen beziehungsweise verhört worden, teilte die britische Strafverfolgungsbehörde NCA mit.

Ein unabhängiger Untersuchungsbericht hatte im August 2014 das erschreckende Ausmaß des Verbrechens offengelegt. Demzufolge wurden in der nordenglischen Stadt über mehr als ein Jahrzehnt mehr als 1400 Kinder sexuell missbraucht. Eine von drei Brüdern geführte Verbrecherbande hatte über Jahre Mädchen vergewaltigt, misshandelt, eingesperrt oder zum Missbrauch an Bekannte weitergereicht.

Insgesamt 14 Täter wurden in dem Fall bereits verurteilt. Bei ihnen handelt es sich vorwiegend um Männer pakistanischer Herkunft. Bei 13 Tatverdächtigen steht laut dem britischen Sender BBC  der Prozess noch aus.

Die jüngsten Ermittlungen richteten sich laut der NCA gegen Männer und Frauen im Alter von 29 bis 53 Jahren aus Rotherham, Sheffield, Leeds, Dewsbury und Maidstone (Grafschaft Kent). 13 Personen warfen den Tatverdächtigen laut Polizei vor, sie missbraucht und ausgebeutet zu haben. Die mutmaßlichen Taten sollen im Zeitraum von 1997 bis 2015 stattgefunden haben. Die mutmaßlichen Opfer seien zum damaligen Zeitpunkt zwischen 11 und 26 Jahren alt gewesen.

Insgesamt habe man bislang mit 410 Opfern und Überlebenden zusammengearbeitet und 94 Verdächtige verhört oder festgenommen, hieß es von der NCA. Dies mache die "Operation Stovewood" zur "größten Ermittlung zu Kindesmissbrauch im nicht familiären Bereich, die je in Großbritannien geführt wurde".

bbr/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.