Rotlicht-Razzien Polizei durchsucht Hunderte Bordelle

Abschreckung vor der Fußball-WM: Mehr als 800 Polizisten haben bei einer Großrazzia in mehreren Bundesländern Bordelle, Clubs und Bars durchsucht. Die Aktion richtete sich gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel, Dutzende Verdächtige wurden festgenommen.


Wiesbaden - In Hessen kontrollierten mehr als 800 Beamte rund 50 Bordelle und 600 Prostituierte. 74 Personen wurden festgenommen, wie das Innenministerium in Wiesbaden mitteilte. Gegen drei von ihnen habe bereits ein Haftbefehl vorgelegen. Innenminister Volker Bouffier (CDU) bezeichnete die Aktion heute als "vollen Erfolg". Es seien 63 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, unter anderem wegen Menschenhandels und Zuhälterei sowie Waffendelikten.

Mehr als 200 bayerische Beamte überprüften in München sowie in Mittel- und Unterfranken etwa 90 Wohnungen, Clubs und Straßenstriche. Dabei wurden nach Angaben des Landeskriminalamtes mehr als 280 Personen kontrolliert. Damit sollten vor der Fußball-WM potentielle Täter verunsichert und abgeschreckt werden, hieß es. Bei der Durchsuchungsaktion stellten die Polizisten unter anderem Drogen sicher.

In Rheinland-Pfalz wurden nach Polizeiangaben 388 Bordelle, Clubs, Bars und zur Prostitution genutzte Wohnungen unter die Lupe genommen. Hier seien 717 Personen kontrolliert und 22 vorläufig festgenommen worden, sagte Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) in Mainz. Gegen 34 Personen sei Strafanzeige gestellt worden. Dabei ging es vor allem um illegalen Aufenthalt und illegale Aufnahme einer Tätigkeit in Barbetrieben. "Mit der Kontrolle wollten wir das Milieu 'abklopfen', also kriminelle Strukturen aufhellen, neue Ermittlungsansätze gewinnen und natürlich auch Personen ermitteln, die das Geschäft illegal betreiben", sagte Bruch.

ffr/ddp



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