Rotlicht-Skandal Politiker bestellten sich Prostituierte ins Rathaus

Brisante Erkenntnisse des sächsischen Verfassungsschutzes: Im Leipziger Rathaus sollen tschechische Prostituierte regelmäßig ihrer Arbeit nachgegangen sein. Belastet werden auch zwei bundesweit bekannte Politiker.

Hamburg - Nach Informationen des SPIEGEL erklärt eine Quelle des Landesverfassungsschutzes, dass bis zu neun Prostituierte über spezielle Zuhälter angeheuert und diskret ins Gebäude gebracht wurden. Belastet werden auch zwei bundesweit bekannte Politiker, denen unterstellt wird, sie hätten sich mehrfach in Leipziger Diensträumen mit den Damen getroffen.

Die Aussagen sind Teil des Skandals um Korruption und Rotlichtverbindungen von sächsischen Amtsträgern. Die Affäre war durch die Beobachtungen des Geheimdienstes ausgelöst worden. Demnach gibt es in Sachsen ein ganzes Netz aus korrupten Politikern, Justizbeamten und Unternehmern, das professionell zusammenarbeitet. Die Beschuldigten sollen auch in Fälle von Prostitution und Kinderpornografie verwickelt sein. An diesem Dienstag tritt der sächsische Landtag wegen der Affäre zu einer Sondersitzung zusammen.

Nach den Erkenntnissen des Geheimdienstes sollen drei unabhängige Quellen mehrere Staatsanwälte, Richter und hochrangige Polizeibeamte belastet haben. Weiterhin gibt es Hinweise, dass Teile der Leipziger Stadtverwaltung der Halbwelt bei ihren Geschäften weit entgegengekommen sein könnten.

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