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18. September 2015, 09:43 Uhr

Rotterdam

Polizei überwältigt Mann in Thalys-Fernzug

Teile des Rotterdamer Hauptbahnhofs wurden gesperrt, ein Thalys-Fernzug evakuiert. Der Grund: Ein Mann hatte sich in der Toilette des Fernzuges verschanzt. Inzwischen wurde er von schwerbewaffneten Einsatzkräften überwältigt.

Große Aufregung am Rotterdamer Hauptbahnhof: Ein Mann hat sich stundenlang im internationalen Zug Thalys verschanzt. Dann wurde er von schwerbewaffneten Spezialeinheiten der niederländischen Polizei überwältigt. Der Mann sei festgenommen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Über seine Identität und seine Motive sei noch nichts bekannt.

Den Angaben zufolge litt der Verdächtige nach seiner Festnahme unter Hyperventilation und wurde ins Krankenhaus gebracht. Anschließend begannen Bombenspezialisten damit, den Thalys nach möglichen Sprengstoffen zu durchsuchen. Zudem wurde der Rucksack des Mannes untersucht.

Kurz vor Abfahrt des Zuges auf dem Weg von Amsterdam nach Paris war der schwarz gekleidete Mann nach Angaben der Polizei am Morgen in den Zug gesprungen. Er hatte sich daraufhin in der Toilette eingeschlossen. Der Schaffner soll versucht haben, Kontakt mit dem Mann aufzunehmen. Als das nicht gelang, wurde die Polizei eingeschaltet.

Einsatzkräfte sperrten den Bahnhof teilweise und evakuierten den Thalys. Polizisten und eine Anti-Terroreinheit umzingelten den Zug dann. Der Zugbetreiber meldete via Twitter: "Sicherheitskräfte haben alles unter Kontrolle. Alle Passagiere in Sicherheit." Berichte von Augenzeugen, dass der Mann bewaffnet sei, konnte die Polizei bislang nicht bestätigen. Bei dem Festgenommenen sei "nichts Besonderes" gefunden worden, hieß es.

Im August hatte ein schwerbewaffneter Angreifer in einem Thalys-Schnellzug auf dem Weg von Amsterdam nach Paris das Feuer eröffnet. Der 25-Jährige konnte von drei US-Bürgern und weiteren Passagieren niedergerungen werden, die damit vermutlich ein Blutbad verhinderten. Die Ermittler gehen von einem islamistischen Hintergrund der Tat aus.

wit/dpa/AFP

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