Rubrik Freie Mitarbeit Frau sucht Auftragsmörder im Internet

Skrupelloser Kampf gegen die Nebenbuhlerin: Eine Frau aus dem US-Bundesstaat Michigan hat versucht, über ein Internet-Portal einen Mörder zu engagieren. Doch die Behörden kamen der Frau rechtzeitig auf die Schliche.


Washington - Bei "Craigslist", dem weltweit größten Kleinanzeigenservice im Internet, hatte die 48-Jährige in der Rubrik "Freie Mitarbeit" ihr Gesuch aufgegeben. Mit vager Umschreibung soll sie darin nach einem Killer gesucht haben. Der sollte die 56-jährige Ehefrau ihres Geliebten töten, teilten die zuständigen US-Justizbehörden gestern mit. Drei Leute hätten sich auf das Inserat gemeldet, mindestens einer der Bewerber sei aber davon ausgegangen, dass es um Schreibarbeiten auf Basis freier Mitarbeit gehe.

Dem E-Mail-Kontakt zwischen der Auftraggeberin und den mindestens zwei potenziellen Killern entnahmen die Behörden, dass die Frau "stille Mörder" suche und dafür bereit war, eine Summe von 5000 Dollar auszugeben. Sie nannte demnach Name, Alter, Adresse und Beruf ihrer in Kalifornien lebenden Nebenbuhlerin und erklärte, sie "ausschalten" zu wollen.

Den Gerichtsunterlagen zufolge fragte ein Bewerber nach der genauen Bedeutung des Wortes "ausschalten", worauf die Auftraggeberin unmissverständlich antwortete: "sie zu töten". Die inzwischen festgenommene Frau muss sich nun vor Gericht verantworten - wegen Auftragsmordes und Missbrauchs zwischenstaatlichen Handels zur Verübung eines Verbrechens.

"Die komplexen Ermittlungen wurden im November 2007 eingeleitet, und wir haben uns große Sorgen um das Wohlergehen des Opfers gemacht", zitierte die Bundespolizei FBI im kalifornischen Sacramento den zuständigen Sheriff. Der Ehemann des potentiellen Opfers gab demnach zu, dass er die Frau aus Michigan schon vor Jahren bei einem Online-Kursus kennenlernte und ihn mit ihr eine "tiefe und intime Online-Beziehung" verband. Das Paar habe sich aber auch mindestens zweimal - in den Jahren 2005 und 2007 - zum Sex getroffen und per E-Mail und Telefon kommuniziert.

Der Vorstandvorsitzende des Internetportals www.craigslist.org, Jim Buckmaster, erklärte: "Von den rund 550 Millionen Anzeigen, die in den vergangenen zwölf Jahren bei uns geschaltet wurden, ist dies er erste Fall dieser Art." Die Anzeige selbst sei ganz gewöhnlich gewesen und man habe selbstverständlich keinen Zugriff auf die nachfolgende E-Mail-Kommunikation unter den Usern.

ala/AFP



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