Russisches Roulette Polizist tötete Kollegen - sieben Jahre Haft

Ende eines Einsatzes: Ein französischer Polizeimeister muss für sieben Jahre ins Gefängnis, weil er einen Kollegen beim russischen Roulette mit einem Kopfschuss getötet hat. Nach dem Dienst bei einem Fußballspiel hatten die beiden mit dem tödlichen Spiel begonnen.


Nantes - Ein Schwurgericht in der westlichen Stadt Nantes verurteilte den Mann heute wegen Anwendung einer Waffe mit Todesfolge. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Haft gefordert.

Der Vorfall liegt drei Jahre zurück. Nach dem Einsatz bei einem Fußballspiel in Nantes begannen zehn Beamte in der Nacht zum 17. Oktober 2004 ein Trinkgelage, das zwei von ihnen im Kommissariat fortsetzten. Dort nahm einer der beiden Polizisten vier von fünf Kugeln aus seiner Dienstwaffe, richtete diese auf seinen Vorgesetzten und drückte ab - doch es löste sich kein Schuss.

Daraufhin ergriff der Polizeimeister die Waffe und feuerte auf seinen Untergebenen. Diesmal löste sich die Kugel und traf das Opfer im Gesicht, der 34-Jährige war sofort tot. Während der Ermittlungen sprach der Täter zunächst von einem Selbstmord, dann von einem Unfall, schließlich räumte er den Tathergang ein.

Staatsanwalt Yves Gambert erklärte, der Polizeimeister habe sich seiner Funktion und Verantwortung als unwürdig erwiesen und der Polizei Schande gebracht.

jdl/AP



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